Archiv für Vino orgánico

Ziries 2011. Ein Wein mit königlicher Seele.

Posted in 10€ - 12,99€, Ohne D.O., Rotwein, Rotwein mit Crianza, Wein with tags , , , on August 1, 2013 by vinoysequedode

100% Garnacha. 12 Monate Ausbau in französischen Eichenfässern von 500 Litern mit weniger als 3 Jahren Nutzung. Biodynamischer Anbau. Bio-Wein.

Diese Woche präsentieren wir Euch einen Wein aus Toledo, den wir schon vor einiger Zeit  probierten, als die Hitze noch nicht so drückte wie in den letzten Tagen und es keinem Balanceakt bedurfte, den Wein auf einer angenehmen Temperatur zu halten. Schliesslich wollen wir die fantastische Arbeit, die das Team des Weinguts mit soviel Hingabe erledigte, nicht direkt zunichtemachen.

Mit seiner leuchtend rubinroten Farbe füllt der Ziries 2011 das Glas mit einer Sensation von Frische, Lebendigkeit und Freude.

In der Nase kommt die volle Kraft der mehr als vierzig Jahren alten Garnachareben zum Ausdruck, die für diesen Rotwein verwendet wurden. Ein Bouquet von wilden, roten Früchten, in dem Walderdbeeren und Sauerkirschen dominieren, ausserdem nehmen wir Anklänge von Menthol und frisch gehauenem Stroh, sowie mineralische und zitrusähnliche Noten wahr.

Am Gaumen entdecken wir die Nuancen wieder, die wir bereits in der Nase spürten, eine gut verstandene Kombination aus Frische und Säure, die im langen Abgang bittere Schokolade und schwarzen Pfeffer freigibt.  Ein Wein mit wunderbar konzentrierter Frucht und ohne Holz-Einschlag, der Ausbau in Barriques ist meisterhaft gewesen und verfeinert das endgültige Ergebnis mit verführerischen und würzigen Nuancen. Das Holz wurde genauso verwendet, wie es immer sein sollte: als Ergänzung.  Weder mehr noch weniger. DSC_0015 (2) copyDie perfekte Paarung für diesen lebendigen Wein sind Eintöpfe und Aufläufe, sowie Wildgerichte. Die Trauben für diesen Roten kommen aus den Gemeinden Cuerva und San Pablo de los Montes, in der Nähe der Berge von Toledo, ein idealer Ort, um die lokale, auf Wild spezilisierte, Küche zu probieren.

Wir verweisen Euch auf die Notwendigkeit, den Wein vor dem Verzehr zu dekantieren; wenn dies nicht möglich ist, dann sollte sich der Wein zumindest eine geraume Zeit im Glas entfalten können, denn beim Öffnen der Flasche registrieren wir, nicht zuletzt aufgrund seines ökologischen Anbaus, animalische Noten, die im Laufe der Dekantierung verschwinden.

Schwelgen wir ein bisschen in der Geschichte

Viele von Euch werden sich fragen wo zum Dämonen der Name dieses Weins herkommt. Nun, er verweist auf die Familie der Ziriden, einer Berber-Dynastie, deren Ursprung in den Bergen der Region Kabylei, im heutigen Algerien liegt. Ein Zweig dieser Familie, angeführt von Zāwī Ben Zīrī, brach  ins muslimische Hispania (al-Ándalus) auf und diente dort als Söldnertruppe in der Armee von Almanzor, Anführer von al-Ándalus. Später, im Jahr 1013, gründeten sie nach dem Zerfall des Kalifats von Córdoba das Taifa-Königreich von Granada.

Bei unserer Theorie warum die Freunde der Bodegas Lobecasope diesen Namen als Markenzeichen für ihr Weingut wählten, handelt es sich in Wirklichkeit um eine Doppeltheorie. Auf der einen Seite denken wir, dass sie sich als „unabhängiges Königreich“ innerhalb der aktuellen Weinszene deklarieren wollten, und daher auch nicht unter der Regie eines kontrollierten Anbaugebiets (Denominación de Origen) arbeiten, sondern auf Ihre Bewegungsfreiheit und Unabhängigkeit bestehen.  Auf der anderen Seite könnten sie sich aber auch aufgrund der von den Ziriden vertretenen Werte wie Schönheit, guten Geschmack und hedonistischen Lebensstil für diese Nomenklatur entschieden haben, die die Freude am Genuß eines guten Weins perfekt repräsentieren. Hoffen wir, dass wir zumindest mit einer dieser Theorien richtig liegen. Falls dem nicht so ist, zählen wir auf Flequi oder einen seiner fünf Gefährten des Weinguts, dass sie uns aufklären.

Während wir auf die Lüftung des Geheimnisses warten, verabschieden wir uns bis zum nächsten Post mit einem Glas des Ziries 2011.

Salud, y buenos vinos, amigos.         

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