Archiv für Verdejo Negro

Pésico 2011. Der Rote aus Asturien

Posted in 13€ - 15,99€, Biowein, Ohne D.O., Rotwein mit Crianza with tags , , , on April 18, 2013 by vinoysequedode

Cuvée aus 50% Mencía, 20% Verdejo Negro, 20% Carrasquín, 10% Albarín Tinto. 10-monatiger Barriqueausbau in gebrauchten Fässern französischer Eiche. Biodynamischer Weinbau

Pésico 2011Jedesmal wenn wir ins Fürstentum fuhren und seine Weine probierten, stellten wir fest, dass Asturien das wahre Paradies auf Erden wäre, wenn es doch nur gute Rotweine gäbe. Freunde, wie unser heutiger Wein beweist, ist dies nun tatsächlich Realität geworden!

Es handelt sich um einen kräftigen Wein, der wegen seiner Säure kurz davor scheint, aus der Bahn zu geraten, jedoch im letzten Moment eine Wendung nimmt und nicht in Exzesse verfällt, die  uns  seinen Charme ruinieren. Sein etwas rauher Charakter entsprach, ehrlich gesagt, nicht den Geschmäckern aller in der Verkostung Anwesenden, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

Wenn wir das Glas an die Nase führen, nehmen wir frische Noten von Minze und Eukalyptus wahr; ein sinnliches Vergnügen, das von intensiven Brombeer- und Pflaumenaromen geprägt ist, gekrönt wird das Ganze durch einen hohen Gehalt an Gewürznoten und einer subtilen Holzpräsenz.

Die vorhandenen, aber nie unangenehmen, Tannine, die ihm seine gewisse nordische Rauheit verleihen, machen den Pésico am Gaumen sehr kraftvoll. Wir befinden uns am Limit, aber die Säure gerät in keinem Moment aus der Kontrolle. Der Mund wird ein bisschen betäubt und wartet in einer Art entspannender, verträumter Anästhesie auf einen neuen Schluck. Die reifen Früchte sind klar präsent, genauso wie seine sogenannte Mineralik, die nichts anderes ist als ein gemeinschaftlicher Begriff, mit dem jemand in irgendeiner Weinprobe ein Vermögen machte und den wir ohne Sinn benutzen. Denn wie sagte ein Bekannter einmal: „Die Steine haben keinen Geschmack“.

Wir empfehlen diesen Wein zu rotem Fleisch, iberischem Aufschnitt und asturischem Käse, oder, den Indikationen unseres Freundes Adam von Barcelona Vinos folgend, zu wilder, auf Rebstöcken gegrillter Forelle aus Narcea. Pésico 2011

Dieser Wein hat uns angenehm überrascht, denn bisher dachten wir, das asturische Klima sei überhaupt nicht für die Erzeugung von Qualitätsrotweinen geeignet. Wir gehen davon aus, dass sich die Südausrichtung der drei Weinhänge von denen dieser Tropfen kommt (Retortoiro, Tebongo und Borracán) sehr positiv auswirkt, und dem Pésico 2011 seine warme und aromatische Note gibt. Denn auf diese Weise bekommen die Reben bis zu 11 Stunden Sonnenschein täglich, die für die Reifung der Trauben unentbehrlich sind. Es sei darauf hingewiesen, dass es sich um ziemlich seltene, autochthone Rebsorten wie Verdejo Negro, Carrasquín und Albarín Tinto handelt, die dem Wein seinen authentischen Charakter verleihen. Zugegebenermassen waren sie auch uns unbekannt, bis wir diesen Roten entdeckten.

Der Autor, dessen Handschrift dieser Wein trägt, Nicolás Marcos, beschloss vor einigen Jahren seine Koffer in Toro zu packen und sich in der Gegend von Cangas del Narcea niederzulassen. Dort setzt er in seinem Weinkeller Dominio del Urogallo mit seriöser Biodynamik auf die Rückgewinnung fast verlorener Weinberge. Leicht macht man es ihm nicht, aber wir glauben, dass es ein Erfolgstreffer war, denn in Toro gibt es bereits viele Weingüter und Marken, während der Sektor in Asturien noch in den Kinderschuhen steckt. Wenn sich die Entwicklung so fortsetzt, wird man sich schon in wenigen Jahren im Fürstentum großer Weine rühmen können. Genau das hoffen wir!

Salud y buenos vinos, amigos.