Eine Bombenerfindung

Posted in Önokuriositäten with tags on Mai 10, 2013 by vinoysequedode

Sicherlich haben wir alle bei mehr als einer Gelegenheit schon einmal den folgenden Satz gesagt: „Nur für mich öffne ich keine Flasche Wein, die trinke ich sowieso nicht aus und der Rest verdirbt“. Seit die Vakuumpumpen für Wein auf dem Markt sind, ist dieses Problem nun aus der Welt geschafft. Für alle, die wir den Wein lieben, ist dieses Utensil eine tolle Erfindung. Jetzt können wir eine Flasche entkorken, die gewünschte Menge genießen und diese wieder luftdicht verschließen, ohne dass der Wein seine Qualitäten verliert.  Die Entlüftung bewirkt eine Verlangsamung der Oxidation, so dass offene Weine auch für längere Zeit perfekt erhalten bleiben.

Dieses Gerät, auch als Weinkonservierer bekannt, kommt in der Regel mit bis zu vier Gummi- oder Silikonstöpseln. Die Handhabung ist sehr einfach: Wir stecken einen dieser Stöpsel in die Flasche und setzen danach die Vakuumpumpe auf. Anschließend pumpen wir, genauso als würden wir einen Fahrradreifen aufpumpen, bis wir, je nach Modell, ein Klicken hören oder merken, dass sich diese Pumpbewegungen immer schwerer ausführen lassen, Zeichen, dass wir die Luft aus der Flasche bereits entfernt haben.

Das Beste der Erfindung ist das Angebot vieler verschiedener Arten von Vakuumpumpen in allen Preisklassen. Die Einfachsten sind schon für circa 7 € zu haben, die „Luxusausführung“ kostet um die 40 €. Wir empfehlen eine Vakuumpumpe mit akustischem Signal (der Klick signalisiert, dass sich keine Luft mehr in der Flasche befindet) und mindestens ein Paar der Korken. Das ist allerdings von jeder Person und den Flaschen abhängig, die gleichzeitig geöffnet bleiben sollen. Für ungefähr 12 € haben wir einen Weinverschluss erster Klasse. Die Stopfen sind auch einzeln erhältlich.

Auch für eine Weinverkostung, bei der wir nur ein Glas verschiedener Weine probieren, eignet sich diese Erfindung hervorragend. Auf diese Weise muss kein „schlechtes Gewissen“ aufkommen wenn wir mehrere Flaschen gleichzeitig öffnen, denn diese können wir danach auch für längere Zeit perfekt aufbewahren.

Vacuum Wine Saver

Gelegentlich sind wir auf Gegner dieses Apparates gestossen. Diese wiesen darauf hin, dass die Qualitäten und Besonderheiten der Weine unter der Benutzung der Vakuum-Pumpen leiden. Unsere intensive Erfahrung mit dieser Technologie hat bewiesen, dass das bei stillen Weinen nicht der Fall ist. Nicht so für Schaumweine, für diese gibt es auf dem Markt  bereits andere Apparate, deren Funktion darin besteht, Luft ins Innere der Flasche zu pumpen, um so die Kohlensäure zu konservieren. Wie wir wissen gibt es immer Kritiker technologischer Fortschritte, die der menschlichen Entwicklung und Verbesserung der Lebensqualität helfen. Selbst für die Waschmaschine gab es Kritiker, die fanden, dass diese „Höllenmaschine“ den Frauen, die jener Zeit die Wäsche wuschen, zu viel freie Zeit verschaffen würde. Die Gefahr, dass Frauen Zeit für sich selbst haben, kennen wir ja.  Wir weisen auf die Ironie hin; da wir in schwierigen Zeiten leben, muss man alles erklären, um dissonante Kommentare zu vermeiden.

Wie gesagt Freunde, dies ist eine tolle Erfindung, die sich auch großartig als Geschenk eignet. Speziell entworfen für alle diejenigen, die ein Fläschchen im Alleingang öffnen wollen,  für die Welt des Restaurantgewerbes und für alle, die gern mehrere Weine gleichzeitig probieren oder vergleichen wollen.

Salud und guten Wein, amig@s.

Pésico 2011. Der Rote aus Asturien

Posted in 13€ - 15,99€, Biowein, Ohne D.O., Rotwein mit Crianza with tags , , , on April 18, 2013 by vinoysequedode

Cuvée aus 50% Mencía, 20% Verdejo Negro, 20% Carrasquín, 10% Albarín Tinto. 10-monatiger Barriqueausbau in gebrauchten Fässern französischer Eiche. Biodynamischer Weinbau

Pésico 2011Jedesmal wenn wir ins Fürstentum fuhren und seine Weine probierten, stellten wir fest, dass Asturien das wahre Paradies auf Erden wäre, wenn es doch nur gute Rotweine gäbe. Freunde, wie unser heutiger Wein beweist, ist dies nun tatsächlich Realität geworden!

Es handelt sich um einen kräftigen Wein, der wegen seiner Säure kurz davor scheint, aus der Bahn zu geraten, jedoch im letzten Moment eine Wendung nimmt und nicht in Exzesse verfällt, die  uns  seinen Charme ruinieren. Sein etwas rauher Charakter entsprach, ehrlich gesagt, nicht den Geschmäckern aller in der Verkostung Anwesenden, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

Wenn wir das Glas an die Nase führen, nehmen wir frische Noten von Minze und Eukalyptus wahr; ein sinnliches Vergnügen, das von intensiven Brombeer- und Pflaumenaromen geprägt ist, gekrönt wird das Ganze durch einen hohen Gehalt an Gewürznoten und einer subtilen Holzpräsenz.

Die vorhandenen, aber nie unangenehmen, Tannine, die ihm seine gewisse nordische Rauheit verleihen, machen den Pésico am Gaumen sehr kraftvoll. Wir befinden uns am Limit, aber die Säure gerät in keinem Moment aus der Kontrolle. Der Mund wird ein bisschen betäubt und wartet in einer Art entspannender, verträumter Anästhesie auf einen neuen Schluck. Die reifen Früchte sind klar präsent, genauso wie seine sogenannte Mineralik, die nichts anderes ist als ein gemeinschaftlicher Begriff, mit dem jemand in irgendeiner Weinprobe ein Vermögen machte und den wir ohne Sinn benutzen. Denn wie sagte ein Bekannter einmal: „Die Steine haben keinen Geschmack“.

Wir empfehlen diesen Wein zu rotem Fleisch, iberischem Aufschnitt und asturischem Käse, oder, den Indikationen unseres Freundes Adam von Barcelona Vinos folgend, zu wilder, auf Rebstöcken gegrillter Forelle aus Narcea. Pésico 2011

Dieser Wein hat uns angenehm überrascht, denn bisher dachten wir, das asturische Klima sei überhaupt nicht für die Erzeugung von Qualitätsrotweinen geeignet. Wir gehen davon aus, dass sich die Südausrichtung der drei Weinhänge von denen dieser Tropfen kommt (Retortoiro, Tebongo und Borracán) sehr positiv auswirkt, und dem Pésico 2011 seine warme und aromatische Note gibt. Denn auf diese Weise bekommen die Reben bis zu 11 Stunden Sonnenschein täglich, die für die Reifung der Trauben unentbehrlich sind. Es sei darauf hingewiesen, dass es sich um ziemlich seltene, autochthone Rebsorten wie Verdejo Negro, Carrasquín und Albarín Tinto handelt, die dem Wein seinen authentischen Charakter verleihen. Zugegebenermassen waren sie auch uns unbekannt, bis wir diesen Roten entdeckten.

Der Autor, dessen Handschrift dieser Wein trägt, Nicolás Marcos, beschloss vor einigen Jahren seine Koffer in Toro zu packen und sich in der Gegend von Cangas del Narcea niederzulassen. Dort setzt er in seinem Weinkeller Dominio del Urogallo mit seriöser Biodynamik auf die Rückgewinnung fast verlorener Weinberge. Leicht macht man es ihm nicht, aber wir glauben, dass es ein Erfolgstreffer war, denn in Toro gibt es bereits viele Weingüter und Marken, während der Sektor in Asturien noch in den Kinderschuhen steckt. Wenn sich die Entwicklung so fortsetzt, wird man sich schon in wenigen Jahren im Fürstentum großer Weine rühmen können. Genau das hoffen wir!

Salud y buenos vinos, amigos.

12 Volts 2010. Potenz unter Kontrolle

Posted in 16€ -20€, Restaurantempfehlungen, Rotwein mit Crianza, V.T. Mallorca with tags , , , , on März 7, 2013 by vinoysequedode

Cuvée aus Merlot, Syrah, Callet, Fogoneu und Cabernet Sauvignon. 12 Monate Ausbau in neuen Fässern aus amerikanischer und französischer Eiche

Den Wein, von dem wir heute sprechen, entdeckten wir vor einigen Tagen im neuen Va de Baco in der Straße Prado in Madrid. Es ist das zweite Lokal, das diese Firma in der Hauptstadt eröffnet. Empfehlenswert, um verschiedene Weine zu entdecken und sich in einer ansprechenden Atmosphäre mit freundlichem und aufmerksamem Service zu entspannen. Leider geht dieser in vielen Lokalen großer Städte immer öfter verloren, da sich viele Unternehmer des Sektors einbilden, jeder kann ein guter Kellner sein, und sich für Einsparungen durch niedrige Gehälter entscheiden. Wir haben die Bars, Tavernen und Restaurants mit mangelhaftem Service von unserer Liste gestrichen, denn gerade in diesem Bereich ist professionelles Personal, das weiß wovon es spricht und gute Manieren und Ausbildung hat, unabdingbar. Nur so kann der Gast wirklich genießen. Ihr Geizhälse unter den Unternehmern, merkt Ihr denn nicht, dass Euch ein schlechter Service das Geschäft ruiniert?

Nach ausgiebiger Abwägung beschlossen wir, diesen Roten aus Mallorca zu testen, dessen Name schon auf die gebündelte Energie verweist, die in der Flasche steckt. Das von dem einflussreichen Karikaturisten Gary Baseman entworfene Etikett weckte unsere Aufmerksamkeit, nicht weil es uns besonders gefällt, sondern weil sich unter der Illustration des in Los Angeles wohnhaften Künstlers eine Seite aus Lenins Buch „Der Untergang von Port Arthur“ in deutscher Version versteckt. Das Buch erzählt von der Niederlage des Russischen Reiches gegen das Japanische Kaiserreich in der Schlacht von Mukden, heute Shenyang, im Jahre 1905. Merkwürdig, dass der sowjetische Revolutionär auf einem Weinetikett erscheint. Allerdings ist es wohl sehr wahrscheinlich, dass die emanzipatorischen Texte unter den aktuellen Umständen zurückkehren.

Unsere spontane Verkostung des 12 Volts.12 Volts 2010

Seine dunkle kirschrote Farbe mit violetten Reflexen imprägniert das Glas mit Pigmenten und Glyzerin.

In der Nase präsentieren sich auf wunderbare Weise reife, rote Beeren, gemischt mit balsamischen Rosmarin- und subtilen Pfeffernoten.

Am Gaumen ist er noch ein wenig rau, aber kraftvoll und gut ausgewogen. Die roten Früchte, die wir bereits in der Nase wahrnahmen, breiten sich nun vollständig aus. Im Abgang zeigt er sich mineralisch, mit einem Hauch von Meer und mit etwas alkoholischer Sensation, die aber angenehm und proportioniert ist. Die Holznoten sind sehr gut eingebunden.  Seine Schöpfer verstanden es bestens die verschiedenen Elemente des Weines so zu vermischen, dass diese nicht aus dem Gleichgewicht geraten. Den Winzern von 4 kilos vinícola ist es hervorragend gelungen, die Balance auf dem Drahtseil zu halten. Bravo!

Wir mögen diesen mallorquinischen Wein wegen seiner Mischung aus Kraft, Frucht und dem Hauch von Salz, den die Trauben durch die Nähe des Meeres erhalten. Ebenso wegen der Anstrengung von Francesc Grimalt zwei vom Aussterben bedrohte Rebsorten der Insel, wie die Fogoneu und die Callet, letztere in höchster Gefahr des Verschwindens, zu retten. Ihr wisst ja, dass wir in diesem Blog auf Originalität und auf diejenigen setzen, die bei der Produktion ihrer Weine ein Risiko eingehen; natürlich immer dann, wenn das Resultat auch optimal ausfällt.

Die Verkostung des 12 Volts empfehlen wir mit einer original mallorquinischen Sobrasada auf leckerem warmen Brot, oder mit Steinpilzen mit Camembert und karamelisierten Zwiebeln auf Toast, genauso wie zu saftigem roten Fleisch, das nicht zu sehr gebraten wurde (bei anderer Gelegenheit ziehen wir all denen die Ohren lang, die das Fleisch ‚richtig durch‘ bevorzugen).

Salud und gute Weine, amig@s.

Negre de Negres 2008. Hochgenuss aus dem Priorat.

Posted in > 20€, D.O.Ca Priorat, Rotwein mit Crianza with tags , on Januar 30, 2013 by vinoysequedode

Cuvée aus Garnacha, Cariñena, Cabernet Sauvignon und Syrah. 14 Monate Ausbau in französischer Eiche. 

In diesem neuen Post präsentieren wir Euch einen Priorat der Spitzenklasse. Seit Beginn unseres Abenteuers im Internet vor knapp einem Jahr, nähern wir uns damit das erste Mal an diese D.O.Ca an. Das soll nicht heissen, dass wir bislang noch keine Priorats probiert hätten, sondern dass wir einfach noch keinen fanden, der uns gut und gleichzeitig ökonomisch genug für eine Empfehlung erschien. Genau genommen, waren wir schon fündig geworden, stellten aber bei der definitiven Verkostung leider fest, dass der Wein seinen optimalen Punkt bereits überschritten hatte. In der Hoffnung, dass das Weingut in naher Zukunft erneut einen Wein produziert, den wir auf dieser Seite kommentieren können, erwähnen wir den Namen im Moment nicht.

Den Wein, den wir Euch heute näherbringen wollen, entdeckten wir vor einiger Zeit an einem Frühlingsnachmittag in einer VinotekNegre De Negres2008 gegenüber der wunderschönen Kirche Santa María del Mar in Barcelona. Schon damals erregte er unsere Aufmerksamkeit, aber um sicherzustellen, dass es nicht nur die Frühlingsstimmung jenes Tages war, die uns den Wein so wunderbar erschienen liess, entschieden wir uns für erneute Verkostung gut zwei Jahre später. Zu unserer Überraschung war der Wein sogar noch besser geworden; der Lauf der Zeit hatte seinen weichen und ausgeglichenen Charakter potenziert.

„Negre de Negres“ (wörtlich der Rote der Roten). Bei unserem heutigen Wein handelt es sich um eine Glanzleistung von hoher Qualität. Im Glas präsentiert er sich in leuchtendem, intensiven Kirschrot. Sein Bouquet erinnert an reife, dunkle LicorellaBeeren, Süßholz, Wildkräuter und typische Mineralien des Anbaugebietes, in dem der als Licorella bekannte Schiefer der grosse Protagonist des Terrains ist. Am Gaumen kommen die Beeren- und Wildkräuteraromen, die wir bereits in der Nase spürten, zurück. Jedoch erscheinen diese jetzt süß und cremig, die Passage ist seidig und schwungvoll. Der lange und nachhaltige Abgang schreit nach Fortsetzung der Verkostung, dieses aus dem Weingut Portal del Priorat kommenden Meisterstücks.

Wir empfehlen diesen Wein zu gereiftem Käse aus Schafsmilch, wie beispielsweise den Manchegos, zu Foie gras, zu Fleisch und Wurst vom iberischen Schwein, sowie zu würzigen Fleischeintöpfen.

Öffnen wir unseren Geist, legen die Vorurteile beiseite, und lassen uns von den guten Dingen verführen, die Spanien so zahlreich und vielfältig bietet. Nur auf diese Weise erkennen wir, dass wir, unabhängig von der Geographie und Politik, letztlich alle gleich sind. Menschliche Wesen, und das ist schon viel.

Salud y vinos, amigos.

Wenn Ihr Lust auf diesen Wein bekommen habt, könnt Ihr diesen recht günstig über uns bestellen.

Almirez 2010. Ein gezähmter Stier

Posted in 13€ - 15,99€, D.O. Toro, Rotwein mit Crianza with tags , on Januar 7, 2013 by vinoysequedode

100% Tinta de Toro. 12-monatiger Ausbau in französischen Eichenfässern, 70% davon einmal gebraucht und 30% neu.

Almirez¿Wer hat behauptet ein Wein aus Toro könnte nicht seidig, verführerisch und ausgewogen sein? In irgendeinem Moment haben wir das alle für unmöglich gehalten. Wenn man in der Vergangenheit in der schönen und historischen Gegend von Toro abstieg, traf man auf kraftvolle aber etwas unausgewogene Weine, die als Begleiter der deftigen kastilischen Gerichte gedacht waren, die einen nicht daran gewöhnten Magen mitunter eine zeitlang in Schach halten können. Obwohl wir immer noch Weine finden, die sich eher rau und ungeschliffen präsentieren, sind seit einigen Jahren Veränderungen im Gange, und auch in der D.O. Toro stellt man mittlerweile modernere Weine mit verbesserter Struktur her. Das gilt auch für den Wein, der uns heute beschäftigt. Der Almirez 2010 weist die klassischen Merkmale eines Toro auf, die ihm die Tinta de Toro, also die lokalen Tempranillo Trauben verleihen. Gleichzeitig schenkte ihm der Önologe Marcos Eguren, der aus einer Familie mit langer Tradition in der Produktion von Qualitätsweinen in der Rioja Alta stammt, moderne Nuancen. Die Eguren sind Eigentümer des Weinguts Viñedos Sierra Cantabria, in dem sie die Weine Sierra Cantabria Colección Privada, Sierra Cantabria Cuvée, Sierra Cantabria Organza, El Bosque oder Amancio herstellen; Viñedos de Páganos, aus dem die Vinos de Pago, der höchsten spanischen Klassifizierung, El Puntido und La Nieta kommen; sowie Señorío de San Vicente, wo sie ihren einzig aus der Sorte Tempranillo peludo produzierten Wein gewinnen. Der Wein, den wir heute vorstellen, ist eine Kreation aus Teso La Monja, ihrem jüngsten und einzigsten Weingut in Toro, nachdem Numanthia Termes 2008 an das Imperium Louis Vuitton – Moët Hennessy verkauft wurde.

Almirez 2010 glänzt mit intensiv rubinroter Farbe mit leichten violetten Reflexen und hinterlässt eine wunderschöne Träne, die das ganze Glas imprägniert.

In der Nase finden wir ein intensives Bouqet roter Beeren, in dem die Gewürze dominieren und der Pfeffer eindeutiger Protagonist ist, desweiteren nehmen wir Toast- und Likörnoten war. Den Einsteigern in das Weinuniversum sei empfohlen, die Nase ohne Skrupel in das Glas zu stecken, nur so lassen sich alle Nuancen entdecken, die der Wein zum Ausdruck bringt. Denjenigen, die uns oder Euch wegen dieser „Professionalität“ auslachen, könnt Ihr als Warnung einen Schubs auf ihren Riecher verpassen. Das wirkt Wunder: nie wieder werden sie sich über Euch lustig machen. Wie sagt die alte Weisheit, „Blinder Eifer schadet nur!“.

Almirez 2010

Am Gaumen ist er vollmundig, mit erfrischender Wildheit, die sich Sekunden später in Samt verwandelt. Genau diesen Gegensatz mögen wir. Die Zunge und die Seitenränder des Mundes werden ein bisschen betäubt, der Wein gerät aber in keinem Moment aus dem Gleichgewicht. Die energische Persönlichkeit der Tinta de Toro Trauben wurde wunderbar integriert und verleiht ihm diese feurige Mischung aus Pfeffer, Kaffee, roten Konfitüren und reifen Pflaumen; und dann dieser herrlich lange Abgang.

Unserer Ansicht nach paßt dieser einzigartige Wein perfekt zu Lendensteak mit Pfeffer, deftigen Eintöpfen, Ochsen-bzw. Stierschwanz, und Fleisch vom Holzkohlegrill.

Kurz gesagt, ist der Almirez 2010 ein außergewöhnlicher Wein, der immer besser wird, während sich die Flasche leert. Jedes Glas ist anders als das Vorhergehende, die Botschaft des Weins ändert sich je weiter wir mit der Verkostung fortschreiten. Auf diese Weise genießen wir den gezähmten Stier bis zum letzten Schluck, ohne dass er sein Feuer verliert.

Salud y vinos.

Diesen feurigen Spanier muss man einfach im Keller haben, zumal er sich bestens noch ein paar Jahre lagern läßt.

Garum 2011. Geschmack und Character aus Cádiz

Posted in 8€ - 9,99€, Blogger unterwegs, Rotwein mit Crianza, V.T. Cádiz with tags , , on Dezember 22, 2012 by vinoysequedode

Cuvée aus Merlot, Syrah, Petit Verdot, Cabernet Sauvignon und Tempranillo. 12 Monate Ausbau in gebrauchten Fässern aus amerikanischer und französischer Eiche

Heute beenden wir die Artikelserie, die wir in den vergangenen Wochen über unsere Wein-Abenteuer durch die Provinzen Cádiz und Badajoz veröffentlicht haben. Wir schließen mit dem Besuch der fantastischen Einrichtungen der Bodegas Luis Pérez, die sich in der Finca Hacienda Vistahermosa von Hijuela de Rompeserones befinden, von der man, besonders abends und nachts, einen spektakulären Blick auf Jerez de la Frontera genießen kannFatima Pérez. Dort empfing uns Fátima Pérez Vega, die Önologin und Tochter des Gründers der Weinkellerei, Luis Pérez, Professor für Lebens- mitteltechnologie an der Universität Cádiz. Er riskierte ein Menge als er sich entschied, in der fast ausschließlich von Likörweinen dominierten Gegend, Rotweine herzustellen. Wir möchten uns bei Fátima für die unkomplizierte Art bedanken, mit der sie uns den beinahe unangekündigten Besuch des Weingutes an jenem verregneten  Freitagnachmittag ermöglichte. Diese Geste möchten wir herausstellen, denn in vielen anderen Gelegenheiten wäre so etwas glattweg unmöglich gewesen.

Fátima führte uns durch das Weingut und beantwortete all unsere Fragen mit völliger Transparenz. Ihre natürliche Schüchternheit verhinderte dabei keinesfalls umfassende und zutreffende Erklärungen. Die Weine verkosteten wir zusammen mit ihr in sehr schönem Ambiente, das zwar aufgrund seiner modernen Architektur anfangs etwas kalt erschien, sich aber nach den ersten Schlucken, der drei in der Kellerei hergestellten ruten Juwelen, rasch erwärmte. Schnell entspannten wir uns und ließen uns in lockerer Atmosphäre von den Nuancen der verschiedenen Weine verzaubern.

Die Degustation bestand aus Garum 2011, Samaruco 2010 und Petit Verdot 2008. Wir müssen zugeben, dass uns der Erste, und zudem Preiswerteste der Drei, am meisten zusagte. Über den Samaruco sind die Mitglieder des Blogs geteilter Meinung und beim Petit Verdot glauben wir, dass sein Preis unverhältnismäßig hoch gegenüber dem ist was angeboten wird. Immerhin liegt dieser bei satten 50€.

Garum 2011, ein Allrounder für jede Gelegenheit.

Diesen Wein entdeckten wir vor einigen Jahren während eines Besuchs in Cádiz im Restaurant Garum. Damals dachten wir der Wein und das Restaurant trügen die gleiche Handschrift. Die Besitzerin des Lokals befreite uns von dem Irrtum und schenkte uns diesen sensationellen Wein des Jahrgangs 2007 ein, falls uns unser Gedächtnis nicht im Stich läßt, was sehr wahrscheinlich ist. Wir waren angenehm überrascht und vermerkten ihn für zukünftige Verkostungen in unserem Weinnotizbuch. Genau das taten wir in diesem Jahr mit in den Jahrgängen 2010 und 2011, den wir heute kommentieren und wärmstens empfehlen.

Als erstes möchten wir sein ausgezeichnetes Preis-Genuss-Verhältnis hervorheben, das man gerade in schwierigen Zeiten mehr denn je schätzt. Ein Qualitätswein zu demokratischem Preis, der für jeden Geldbeutel erschwinglich ist.

In attraktivem dunklen GraGarum 2011natrot kommt der Garum 2011 daher. In der Nase verströmt er ein intensives Aroma von reifen, roten Beeren, die an Marmelade erinnern; Kaffee, Kakao und Lakritz, obendrein ist er würzig. Am Gaumen entfalten sich alle Aromen, die sich bereits in der Nase ankündigten, es dominiert die Ausgewogenheit weicher Tannine, die uns zu einem süßlichen und kräftigen Nachgeschmack führen, der dem eines guten Kaffees gleicht.

Wir empfehlen ihn zu Fleisch- oder Gemüseeintöpfen, zu Reisgerichten, iberischem Fleisch vom Grill, Grillpartys mit Qualitätsprodukten, rotem Fleisch, Wildgerichten, oder Tapas iberischer Wurstwaren und gereiftem Schafskäse. Er paßt ebenso wunderbar zu Nudelgerichten oder dunkler Schokolade.

Kultnotiz: Garum war eine Art Fischsauce, die an der Küste von Cádiz angefertigt wurde und eine Delikatesse der römischen Herrscher darstellte. Diese Pastete der Antike wurde als Beilage für jegliche Art von Speisen verwendet. Wir forschten im Bereich des Gastgewerbes nach, warum man sie in der Gegenwart nicht mehr findet. Nach Aussage der befragten Experten sei der Geschmack dieser Soße für die heutigen Gaumen einfach zu unangenehm.

Das ganze Gegenteil ist der Fall mit diesem großartigen Wein der Bodegas Luis Pérez, dessen Aroma und Geschmack äußerst angenehm sind. Probiert ihn während der Weihnachtsfeiertage und berichtet uns davon.

Salud, vinos, und Frohe Feiertage.

Los Alcornocales, die Wiege der Korken

Posted in Önokuriositäten, Blogger unterwegs with tags , , on Dezember 5, 2012 by vinoysequedode

Amig@s, heute haben wir das Vergnügen, Euch die Wunder einer einzigartigen Gegend wie den Naturpark Los Alcornocales, den wir auf einem kürzlichen Besuch in der Provinz Cádiz aufsuchten, vorzustellen. Es ist eine Postkartenlandschaft von legendärer Schönheit. Auf unserer Tour hatten wir das Glück, auf Arbeiter zu treffen, die gerade die Korkeichen „häuteten“, um den Kork zu gewinnen, den wir später in den Flaschen unserer geliebten Weine schätzen. Gibt es etwas Schöneres als eine Korkeiche, die ihre kachelbraune Seele zeigt? Unserer Meinung nach läßt sich dieses Farbspiel kaum überbieten. Wir lieben es und hoffen, dass es auch Euch gefällt. Kämpfen wir dafür, dass dieses Wunder der Natur nicht durch den regierenden Sparkurs verloren geht und lehnen mittelmäßige Silikonstöpsel und Korkderivate ab. Für weitere Information könnt Ihr in unseren post ¡Ponle un corcho! schauen.

Erfreuen wir uns an der Natur in ihrer schönsten Form. Tretet ein und genießt.

Bodegas Toribio. Stolz und Leidenschaft aus Extremadura

Posted in Önokuriositäten, Blogger unterwegs with tags , on November 15, 2012 by vinoysequedode

Dieser Artikel ist Fernando Toribio und seiner Frau Fernanda gewidmet. Vielen Dank für Eure Gastfreundschaft und Großzügigkeit während dieser drei Novembertage. 

Mit Freude kehren wir von unserer Reise durch verschiedene Teile Süd- und Westspaniens zurück. Nachdem wir dieses Jahr im Sommer keinen Urlaub nehmen konnten, genossen wir den Herbst ausgiebig.

In den folgenden posts werden wir Euch von den Abschnitten unserer Reise berichten, auf der wir die Gelegenheit nutzten, einige Weingüter zu besuchen und Weine zu probieren, von den wir glauben, dass sie einer Erwähnung hier in diesem Blog wert sind, der jeden Tag mehr Anhänger zählt. Etwas, das uns mit Stolz und Zufriedenheit erfüllt.

Heute beginnen wir mit dem fantastischen Besuch in den Bodegas Toribio, die sich in Puebla de Sancho Pérez, ganz in der Nähe von Zafra in der Provinz Badajoz befinden. Wir wohnten in einem der Appartements, die die Familie Toribio im oberen Teil ihres kürzlich gebauten Hauses in unmittelbarer Nachbarschaft der Kapelle der Virgen de Belén (Jungfrau von Bethlehem) für den Weintourismus eingerichtet hat. Das Kirchlein ist buchstäblich an die Mauern der als der äBodegas Toribio exteriorltesten Spaniens und damit der Welt, deklarierten Stierkampfarena geklebt. Zumindest geben das die örtlichen Infoblätter für Touristen bekannt. Obgleich wir auf zahlreichen unserer Reisen ähnliche Anzeigen fanden. Es gibt keine Stadt, die sich nicht damit rühmt, etwas Älteres als die anderen zu besitzen, keine Taverne oder Cocktail-Bar, die nicht behauptet, hier war der sich von innen begießende Hemingway. Der Freund Ernest musste sich nicht nur jeden, sondern auch jeden zweiten Tag verdoppeln.

Da uns das Wetter überhaupt nicht begleitete, suchten wir mit großem Vergnügen Zuflucht im tiefgründigen Kennenlernen der Weine, die Fernando Toribio in der Kellerei kreiert, die seinen Namen trägt und in Pago Los Balancines, wo er Partner und „Alma Mater“ der Weine ist, die dort hergestellt werden. Fernando widmete uns fast einen ganzen Sonntag, um uns seine Weine zu präsentieren und uns viele Geheimnisse ihrer Herstellung im eigenen Weinkeller zu erzählen, in dem er vor fast 28 Jahren seine Abenteuer begann, als sein Vater ihm die Verantwortung überließ, damit er sich seinen Traum erfüllt und uns Jahre später solch erhabene Weine schenkt. In der alten Kellerei, mitten im Herzen von Puebla, verlor sich unser Blick zwischen Zementtanks, die immer noch voller Weine im vollsten Gärungsprozess waren und einigen, Bodegas Toribioderen Inhalt schon auf seine Umfüllung in Fässer wartete. Wir durften fast alle Weine des Meisters aus Extremadura direkt aus diesen Tanks probieren. Auf recht lustige Art und Weise über den Tanks hockend, füllten wir, die Mitglieder des Blogs, zusammen mit dem Winzer unsere Gläser, so dass uns der Wein, der sich zum Teil noch in der malolaktischen Gärung befand, glattweg über die Hände lief. Es war wie eine Ekstase für die Sinne, die Weine aus verschiedenen Trauben zu entdecken. Uns schmeckten alle, dem Schreiber aber vorallem der Syrah. Ich habe sogar versucht, wenn auch mit wenig Erfolg, Fernando zu überzeugen, einen Wein aus nur dieser Rebsorte zu produzieren. Bleibt zBodegas Toribio_u hoffen, dass er sich an uns erinnert falls es eines Tages einen 100 % Syrah geben sollte. Die Weißweine aus Chardonnay und Macabeo Trauben verkosteten wir direkt aus den Fässern. Der noch in der Reifung befindliche Macabeo war besser als viele seiner Artgenossen, die wir aus der Flasche probiert haben.

Die Weine in vollstem Entwicklungsprozess direkt aus den Tanks zu probieren, war eine erstaunliche und lehrreiche Erfahrung, die uns den vollständigen Wertegang, den die verschiedenen Traubensäfte gehen bis sie in der Flasche enden, veranschaulichte. Während wir aus den verschiedenen Tanks probierten, konnten wir schon ahnen in welche Weine sich diese intensiv roten Flüssigkeiten, voller Aroma und Geschmack, am Ende verwandeln werden. Und das ist nicht irgendetwas Triviales, denn Toribio ist der Auffassung, dass die Weine auf dem Feld entstehen, die Reben umhegend damit sie reichhaltige Trauben erzeugen, die man im Weinkeller so wenig wie möglich „nachbearbeiten“ muss.

Die Verkostung endete am späten Nachmittag im Hause der Toribios, in dem sie einen Raum für die Degustation und Ausstellung aller von Fernando kreierten Weine eingerichtet haben. Die Beschreibung der verkosteten Juwelen heben wir uns für einen nächsten Post auf. Es sei nur verraten, dass es während der Verkostung einen Moment völliger Emotion gab. Das Glück kann für einen Augenblick nur darin bestehen, diese sublimen Weine zusammen mit ihrem Autor zu genießen und das Gefühl der Überwältigung zu spüren.

Salud.

Unser Blog in deutscher Version!

Posted in Nachrichten on Oktober 14, 2012 by vinoysequedode

Nachdem unser Blog Vino y se quedó seit einigen Monaten in spanischer Sprache online ist, haben wir beschlossen, für das weinbegeisterte deutsche Publikum eine Übersetzung zu erstellen, so dass Ihr Euch auch im deutschsprachigen Raum von den fantastischen spanischen Weinen überzeugen könnt, die unserer Meinung nach das momentan beste Preis-Leistungsverhältnis auf dem Markt haben.

Bitte habt etwas Geduld. Es wird eine Weile dauern, bis wir alle Artikel übersetzt haben. In der Zwischenzeit könnt Ihr Eure Spanischkenntnisse verbessern.

¡Vinos y salud!

La Movida Laderas 2010, Bio-Grenache in Reinkultur

Posted in > 20€, Biowein, Rotwein mit Crianza, V.T. Castilla y León with tags , , on September 14, 2012 by vinoysequedode

La Movida Laderas 2010. 100% Garnacha. Tinto crianza. Bodegas Maldivinas. Cebreros (Ávila).

Wenn mir jemand vor fünfzehn oder zwanzig Jahren gesagt hätte, dass ich mich vor einem Wein aus Cebreros oder Umgebung verneigen würde, hätte ich denjenigen schlichtweg für verrückt erklärt. In den Jahren meiner ersten Jugend (mit meinen 39, so sage ich mir, lebe ich in der Zweiten – jeder macht sich auf seine Weise etwas vor) bot sich oft die Möglichkeit, die in dieser Gegend gewonnenen Traubensäfte unter die Nase zu bekommen. Direkt im Fass gelangten sie in die Stadt, ebenso wie die aus Cariñena oder Valdepeñas Stammenden. Sie waren infam, um es vorsichtig auszudrücken. Es herrschten andere Zeiten, die Qualität spielte keine Rolle, nur die Quantität zählte. Zu jenen Zeiten konsumierten die Spanier wesentlich mehr Liter Wein pro Kopf als heutzutage, aber was für Weine. In Spanien als Vinachos bekannte Billigweine, die nicht die geringste Qualität besaßen und sich eher zum Mischen mit Wasser oder Limonade eigneten. Oder besser noch für die Abflussreinigung. Sicher denken jetzt einige Leser, dass wir uns mit der Analyse zu weit aus dem Fenster lehnen; diesen Kritikern sei einfach nur die Frage gestellt: Habt Ihr sie probiert?   

Aber diese bedauerlichen, mich zum Schaudern bringenden Erinnerungen gehören glücklichweise der Vergangenheit an, denn heuer gibt es hier ein Grüppchen von Schwärmern, zu denen Guillermo und Carlos von Maldivinas zählen, die dabei sind, die Gegend zurückzugewinnen und sie in ein Synonym für Qualität und Prestige zu verwandeln.

Unser heutiger Hauptdarsteller ist ein klares Beispiel für den Triumphzug der Qualitätsweine aus diesem Örtchen, eingebettet in der Provinz Ávila, die im Südwesten an die wunderschöne Bergkette der Sierra de Gredos und östlich an die Comunidad von Madrid grenzt.

Die alten Rebstöcke stehen in schwierigem Gelände, auf 920m Höhe, in einigen Teilen mit unglaublichen Steigungen, auf denen selbst Spiderman Schwierigkeiten mit der Fortbewegung hätte. Hier wird Hand angelegt und die Biodynamik bereits im Weinberg umgesetzt. Unter diesen Bedingungen ist es normal, dass die resultierenden Garnachas wild und intensiv sind. Logischerweise fahren diese Reben keine große Ernte ein. Alles zusammen macht die Flasche teurer, Qualität und Exklusivität haben eben ihren Preis; aber käme der Wein von unseren französischen Nachbarn, müsste man glatt das Dreifache dafür zahlen.

Dieser Wein beeindruckt direkt beim Entkorken. Schon wenn er ins Glas fließt, verbreitet er seinen Charakter, die Intensität seiner Rottöne erinnerte mich an meinen spektakulären Momente einer Blutspende. Es mag unangenehm scheinen, aber ich sah es als etwas Schönes, der Wein als Metapher des Lebens. Ich verspreche, dass mir solche Dinge nüchtern einfallen. Wie ich schon sagte, dieser Wein ist erstaunlich. In der Nase nehmen wir Mineralik wahr, die unter der Sensation reifer, roter Früchte liegt, ebenso präsentieren sich balsamische und leichte Gewürznoten. Und, meine Damen und Herren, trotz der Schwierigkeiten, die das Schreiben in dieser Position darstellt, erhebe ich mich, um das Gefühl zu beschreiben, dem man sich hingibt, wenn dieses Elixier auf die Geschmackspupillen trifft.  Der Gaumen füllt sich mit reifen Früchten, darauf folgt eine feuerwerksähnliche Explosion einer Vielzahl likörähnlicher Nuancen, die uns mit Cognac oder Maraschino gefüllte Pralinen ins Gedächtnis rufen.

Kurz gesagt, ist dieser Riesenwein ein Kunststück, eine durch und durch sinnliche Erfahrung. Trotz der Verschmelzung so verschiedener Aromen, ist er sehr ausgeglichen und von süßlicher, nachhaltiger Intensität, oder wie Doreen bei einer Gelegenheit sagte, „man vernarrt sich in  ihn“.

Wir empfehlen ihn zu rotem Fleisch, Foie Gras oder gereiftem Käse. Er passt auch hervorragt zu iberischem Schweinefleisch, wie etwa Secreto (verstecktes Filet) oder Pluma (dem Schulterstück).

Glückwunsch an die Autoren dieses Juwels, an jene, die uns den Wein empfahlen, und an all diejenigen, die sich entscheiden, ihn zu probieren. Wir versprechen, dass Ihr es nicht bereuen werdet. Wenn Ihr in der Gegend seid, vergesst den Stop in Cebreros und Umgebung nicht. Ganz sicher gefällt Euch dieses, vom Fluss Alberche durchzogene, Fleckchen Erde, an dem sich die alten Vettonen und Carpetani trafen.

Salud.