Nordés Gin. Der Premium aus Galizien

Posted in Gin with tags , on Juni 20, 2013 by vinoysequedode

NordesFür diesen neuen Post haben wir uns entschlossen, die Weine für ein paar Tage beseite zu stellen und Euch diesen originellen Gin zu präsentieren. Jetzt, da endlich der Sommer beginnt und man eher Lust auf einen guten Spätnachmittags-Gin Tonic verspürt oder die lauen Sommerabende nach einem leckeren Abendessen noch auf ein Gläschen einladen. Oder der Körper einfach nach einem gut gekühlten Schluck Gin verlangt, der die Verdauung nach einem üppigen Festmahl erleichtert.

Allerdings lassen wir die Trauben nicht in weiter Entfernung, denn die Einzigartigkeit dieses Gins liegt in seiner Destillation aus einer alkoholischen Basis von Albariñotrauben und traditionellen Kräutern, anstatt der typischerweise verwendeten Getreidesorten anderer Gins. Unter den Kräutern und Gewürzen, die in diesen Prozess einbezogen werden, befinden sich Lorbeer, Eukalyptus und Zitronengras. Trotz so vieler Kräuter empfehlen wir den Nordés nicht als Kräuterelixir zum Einschlafen.

Neben den bereits erwähnten Kräutern werden bei der Herstellung dieses Destillats weitere Pflanzenextrakte hinzugefügt, so Salicornia, eine Pflanze, die im Meer wächst, Ingwer, Zitronenschalen, Süßholzwurzel, Chinin, Wacholder, Hibiskus, Tee und Kardamom. Manchmal hat es den Anschein, dass die Premium-Gins ein bisschen einem, von einem Druiden gemischtem Kräutertrunk der Vorzeit ähneln. Vielleicht war der geheime Arneitrank der Gallier um Asterix schon auf einen “Gin-Hit” diesen Typs zurückzuführen? Wenn dem so ist, verstehen wir den Zorn des Freundes Obelix.

Dem Prozess der Destillation folgt eine Mazeration im traditionellen Stil, sehr langsam, so dass sich alle Aromen perfekt integrieren und uns dieser Gin voller Frische und Milde erreicht.

Wir haben ihn auf drei verschiedene Arten verkostet. Die ersten zwei Mal in einem gut gemixten Gin Tonic, d.h. in vorher mit Eis gekühlten Gläsern, das überschüssige Wasser entfernend, mit der je nach Geschmack korrekten Menge an Gin (hierzu empfiehlt sich ein Messbecher,  der uns immer die genaue Menge an Alkohol angibt, die 60 ml nicht überschreiten sollte), ein neutrales Tonic und ohne den Unsinn des gedrehten Stabes, denn die Kohlensäure soll unser Getränk für 20 Minuten frisch und lebendig erhalten. Maximale Genusszeit, damit seine Qualitäten nicht verloren gehen. Das erste Mal servierte man uns den Mix mit einem Lorbeerblatt und einer hellen Weintraube, beim zweiten Mal verwendeten wir ein Stück Limettenschale. Wir bevorzugen eindeutig die erste Version.

Nordes botella

Das dritte Mal probierten wir den Gin einfach so in einem gefrorenen Schnapsglas. Seine Milde und sein Aroma begeisterten uns. Unserer Meinung nach kann man Gin, genauso wie Wodka, direkt im Gefrierschrank aufbewahren, auf diese Weise kommt sein ganzer Charakter zum Ausdruck. Für den Genuss mit Tonic empfehlen wir die Verwendung von Eiswürfeln.

Der Nordés Atlantic Galician Gin ist ein ungewöhnlicher Gin, sehr mild, frisch und voller Aromen, der sowohl Liebhaber von klassischen Gins als auch jene, denen wir in letzter Zeit immer häufiger begegnen, die Gin Tonics mit wenig Geschmack nach Gin suchen, begeistern wird. Zumindest bleibt der Gin Tonic mit diesem Gin noch ein Gin mit Tonic und verwandelt sich nicht in eines dieser modernen Mixgetränke, in denen Fruchtaromen überwiegen und man  überhaupt nichts mehr von einem Gin schmeckt. Liebe Gin-Freunde, bleibt relaxed, mit diesem Gin werdet Ihr Euch großer Genussmomente erfreuen. Dieses Destillat ist spektakulär, angefangen von der Flasche bis auf den Grund derselben. In Maßen versteht sich, um sie voll zu genießen.

Dieser Zaubertrank wird in der Brennerei Aguardientes de Galicia in Santiago de Compostela durch die Firma Atlantic Galician Spirits hergestellt. Sein Preis liegt bei rund €26.

Uns in diesem Augenblick an einem Nordés Gin Tonic ergötzend, verabschieden uns bis zum nächsten Post.

Salud y guten Gin, amigos.

P.S. Wenn Ihr Lust auf den Gin bekommen habt, könnt Ihr ihn direkt über uns bestellen. Schickt uns einfach eine Email.

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Emilio Valerio 2011. Ein Navarrese mit französischer Handschrift

Posted in 8€ - 9,99€, D.O. Navarra, Rotwein mit Crianza with tags , , on Juni 10, 2013 by vinoysequedode

Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Garnacha und Merlot.  Ausbau in 50 und 80 Hektoliter Tanks aus französischer Eiche, anschließend in gebrauchten Eichenfässern zu 500 Litern. Biodynamischer Weinbau. Handlese.

Freunde, diese Woche haben wir eine gute Nachricht für Euch: Endlich ist es uns gelungen, Euch einen Wein aus Navarra vorzustellen. Schon einige Zeit verfolgen wir die Weine dieser D.O., ohne mit einem fündig zu werden, der unserer „Bloggeridiosynkrasie“ entspricht. Viele werden sagen, und dass sicherlich mit gutem Grund, wir seien nicht in der Lage gewesen, richtig zu suchen, da es in der Comunidad Foral hervorragende Weine gibt; aber nicht alle können wir probieren, denn schließlich wollen wir unsere Leber noch ein bisschen bei Laune halten. Nach den schlechten Erfahrungen der vergangenen Wochen, wollten wir uns endlich diesen Dorn mit einem roten Navarrese entfernen und uns mit jenem Fleck Erde versöhnen. Aufgetrieben haben wir diesen sensationellen und komplexen Wein, der uns für ein paar Tage das Herz gestohlen hat, und nun hoffen wir, dass er Euch ebenso verführt wie uns.

Verkostung des Emilio Valerio 2011.

Der Wein präsentiert sich in dunklem Granatrot, einem Farbton, der an reife Süsskirschen erinnert. Für die Geruchsphase empfehlen wir vehement ein rechtzeitiges Entkorken der Flasche vor dem Verzehr. Diesen besonderen Wein entdeckt man nur mit Geduld vollständig.  Die erste Sensation in der Nase schien uns eher unangenehm: zweifellos animalisch und verschlossen. Glücklicherweise entschieden wir uns, die Flasche ein Weile offen zu lassen und sie dann mit der Vakuumpumpe bis zum nächsten Tag zu verschließen. Nach erneutem Öffnen verwandelte sich der Wein sensationell, seine Aromen von reifen Feigen, sowohl getrocknet als auch in Likör, traten in voller Kraft hervor. Ebenso nahmen wir Notiz von roten Früchten und mineralischen Nuancen. Von der Originalität so vieler Düfte und ihrer Assemblierung sind wir schlichtweg begeistert.

Am Gaumen spüren wir einen Wein mit ausgeprägter Potenz, die die Zunge leicht einschläfert, mit süßen und frischen Nuancen dunkler Schokolade und aromatischen Kräutern. Er ist kräftig und weich zugleich, sehr ausgewogen in seiner Säure, von hoher Ausdruckskraft. Ein Wein, der „süchtig“ macht und den man einfach weitertrinken möchte. Aber Vorsicht, der Wein genießt sich besser mit Ruhe und Mäßigkeit. Darüber hinaus entdecken wir diesen wunderbaren Tropfen indem wir ihn bedächtig trinken, ständig verändert er seinen Geschmack und verwandelt seine Verkostung somit in eine angenehme und unterhaltsame Erfahrung.Emilio Valerio 2011

Der Önologe, dessen Handschrift dieser herrliche Wein trägt, ist der in Cognac geborene Franzose Olivier Rivière, seine Feuertaufe bestand er in der Gegend von Bordeaux. Irgendwann entschied er sich, unserer bescheidenen Meinung nach, mit sehr gutem Kriterium, sich in Spanien niederzulassen, wo er, außer in Navarra, Weine in Rioja und in Arlanza herstellt, so beispielsweise den El Quemado, El Basquevanas, oder El Gabacho.  Mit Letzterem zeigt er einigen Sinn für Humor, denn die von den Spaniern gebrauchte Bezeichnung Gabachos (Franzosen) ist eher abwertend. Rivière respektiert die spanischen Weine, bringt das Beste des französchischen Weinbaus ein, verwirft aber radikal die Preise, die unsere Nachbarn für Qualitätsweine ansetzen. Will man einen guten französischen Tropfen haben, muss man unserer Meinung nach ein Vermögen bezahlen, und selbst dann, sind sie für uns weit von der Qualität der spanischen Weine entfernt, von denen es sehr Gute fast über die ganze Bandbreite der Preise gibt (verzeiht den Chauvinismus unseres Kommentars; jetzt scheinen wir die Franzosen zu sein). Die historische Beziehung zwischen Frankreich und Navarra trägt erneut ihre Früchte. Der Spur Oliviers werden wir folgen, auch wenn es schwierig wird, denn dieser Mann widmet sich den Weinen an vielen Orten.

Dieser kräftige Rotwein wird in der Kellerei Laderas de Montejurra produziert. Diese befindet sich in Dicastillo, verteilt über die Hänge des Montejurra, mitten in der Region Tierra de Estella. Dort setzt die Familie auf biodynamischen Weinbau und die Erhaltung des natürlichen Umfeldes als Identitätsmerkamle. Man verfügt über 25 Hektar Weinberge, die in 15 kleine Parzellen aufgeteilt sind. Auch Olivenöl produzieren sie. Wir müssen unsere Unkenntnis bezüglich der Öle aus Navarra zugeben; bisher hatten wir noch keine Gelegenheit, diese zu versuchen, aber man spricht von hoher Qualität. Dieses Jahr werden wir nicht verstreichen lassen, versprochen!

Verehrte Damen und Herren, hier präsentierten wir Euch den Emilio Valerio 2011. Nun seid Ihr dran, ihn zu genießen. Wenn Ihr unseren Hinweisen folgt, entdeckt Ihr mit Sicherheit einen originellen, schmackhaften und preiswerten Wein. Hoffen wir, dass der Winzer, der dem Wein seinen Namen verleiht, nach dieser Aussage nicht den Preis erhöht.

Salud y buenos vinos, amigos.

San Román 2008. Explosion schwarzer Früchte

Posted in > 20€, D.O. Toro, Rotwein mit Crianza with tags , , on Mai 21, 2013 by vinoysequedode

100% Tinta de Toro. 24-monatiger Ausbau in Fässern aus amerikanischer und französischer Eiche unterschiedlichen Alters. 

Diese Woche wollen wir Euch mit einem Wein bekannt machen, den wir vor ein paar Wochen in einem Lokal in Madrid entdeckten. Wir kamen in das immense Vergnügen der letzten Flasche ihres Weinkellers (ruhig bleiben, sicher lässt sich dieser Jahrgang noch in Geschäften finden; und falls nicht, steht bereits der Jahrgang 2009 zur Verfügung, der, wenn auch mit völligen anderen Nuancen, laut meiner Lebens- und Blogpartnerin, ein weiteres Wunder darstellt). Eigentlich wollten wir nur ein Glas dieser kostbarer Flasche probieren, aber bereits nach der ersten Verkostung änderten wir unsere Meinung und verhandelten mit dem Kellner den Erwerb der ganzen Flasche, denn hier waren wir auf einen sensationellen Tropfen gestoßen.

Dieser gewaltige Wein präsentiert sich in herrlichem Kirschrot mit granatroten Reflexen, die ihm ein sehr dichtes Kleid verleihen. Im Glas hinterlässt er eine dicke Träne.

In der Nase entfaltet sich vor uns eine Symphonie aus schwarzen Früchten und mineralischen Nuancen. Wir beginnen, die ganze Pracht von Brombeeren und Heidelbeeren, beinahe schon Marmelade, zu spüren. Darauf folgen toastige, vom  Holz kommende, Aromen, sowie verführerische Erinnerungen an Kakao, Gewürze, likörähnliche Nuancen und Spuren von Lakritz. Gegen Ende der Geruchsphase kommen mineralische Töne und Kräuteraromen zum Vorschein. Alles ist wunderbar assembliert und sehr gut strukturiert.

Am Gaumen ist der Wein sehr angenehm, eine sehr ausgefeilte Säure macht die Passage durch den Mund herrlich weich, ohne ihm das Feuer eines echten Toro zu nehmen. Seine Tannine sind deutlich spürbar, jedoch schlagen siSan Román 2008e nie über die Stränge, denn der berühmte Önologe Mariano García versteht es vorzüglich, sie im Zaum zu halten. Das dunkle Kompott tritt hervor, wunderbar mit den Gewürznoten kombi- niert; gleichzeitig nehmen wir mineralische und balsamische Noten wahr, die wir schon in der Nase bemerkten. Der Abgang ist lang und angenehm. Er gehört zu den Weinen, denen wir mit jedem Glas mehr verfallen.

Wir sind uns sicher, dass der San Román 2008 ein Wein für alle Zielgruppen ist: die Liebhaber der traditionellen Weine werden ihn ebenso so mögen wie die neue Generation der Weinkenner, die einen moderneren Stil suchen, denn er synthetisiert beide Universen. Ein eleganter Wein, voller Nuancen, der die Potenz der Tinta de Toro (wie die Tempranillo Traube in dieser Region genannt wird) zum Ausdruck bringt, jedoch mit einem süßlichen Hauch, der jeden begeistern wird. Billig ist er nicht gerade, aber nach dem Genuss dieses Edelspaniers wird niemand enttäuscht sein. Er ist seinen Preis wert und zählt zu den Topweinen der D.O. Toro.

Nun sind wir schon mächtig auf den Jahrgang 2009 gespannt (der Sächsische Teil des Blogs hat ihn bereits für excellent befunden). Demnächst werden wir uns, die Kreationen von Mariano García in Bodegas y Viñedos Maurodos betreffend, auf den neuesten Stand bringen, versprochen! Aber das soll vorerst Stoff für künftige Posts bleiben.

Salud y buenos vinos, amigos.

Eine Bombenerfindung

Posted in Önokuriositäten with tags on Mai 10, 2013 by vinoysequedode

Sicherlich haben wir alle bei mehr als einer Gelegenheit schon einmal den folgenden Satz gesagt: „Nur für mich öffne ich keine Flasche Wein, die trinke ich sowieso nicht aus und der Rest verdirbt“. Seit die Vakuumpumpen für Wein auf dem Markt sind, ist dieses Problem nun aus der Welt geschafft. Für alle, die wir den Wein lieben, ist dieses Utensil eine tolle Erfindung. Jetzt können wir eine Flasche entkorken, die gewünschte Menge genießen und diese wieder luftdicht verschließen, ohne dass der Wein seine Qualitäten verliert.  Die Entlüftung bewirkt eine Verlangsamung der Oxidation, so dass offene Weine auch für längere Zeit perfekt erhalten bleiben.

Dieses Gerät, auch als Weinkonservierer bekannt, kommt in der Regel mit bis zu vier Gummi- oder Silikonstöpseln. Die Handhabung ist sehr einfach: Wir stecken einen dieser Stöpsel in die Flasche und setzen danach die Vakuumpumpe auf. Anschließend pumpen wir, genauso als würden wir einen Fahrradreifen aufpumpen, bis wir, je nach Modell, ein Klicken hören oder merken, dass sich diese Pumpbewegungen immer schwerer ausführen lassen, Zeichen, dass wir die Luft aus der Flasche bereits entfernt haben.

Das Beste der Erfindung ist das Angebot vieler verschiedener Arten von Vakuumpumpen in allen Preisklassen. Die Einfachsten sind schon für circa 7 € zu haben, die „Luxusausführung“ kostet um die 40 €. Wir empfehlen eine Vakuumpumpe mit akustischem Signal (der Klick signalisiert, dass sich keine Luft mehr in der Flasche befindet) und mindestens ein Paar der Korken. Das ist allerdings von jeder Person und den Flaschen abhängig, die gleichzeitig geöffnet bleiben sollen. Für ungefähr 12 € haben wir einen Weinverschluss erster Klasse. Die Stopfen sind auch einzeln erhältlich.

Auch für eine Weinverkostung, bei der wir nur ein Glas verschiedener Weine probieren, eignet sich diese Erfindung hervorragend. Auf diese Weise muss kein „schlechtes Gewissen“ aufkommen wenn wir mehrere Flaschen gleichzeitig öffnen, denn diese können wir danach auch für längere Zeit perfekt aufbewahren.

Vacuum Wine Saver

Gelegentlich sind wir auf Gegner dieses Apparates gestossen. Diese wiesen darauf hin, dass die Qualitäten und Besonderheiten der Weine unter der Benutzung der Vakuum-Pumpen leiden. Unsere intensive Erfahrung mit dieser Technologie hat bewiesen, dass das bei stillen Weinen nicht der Fall ist. Nicht so für Schaumweine, für diese gibt es auf dem Markt  bereits andere Apparate, deren Funktion darin besteht, Luft ins Innere der Flasche zu pumpen, um so die Kohlensäure zu konservieren. Wie wir wissen gibt es immer Kritiker technologischer Fortschritte, die der menschlichen Entwicklung und Verbesserung der Lebensqualität helfen. Selbst für die Waschmaschine gab es Kritiker, die fanden, dass diese „Höllenmaschine“ den Frauen, die jener Zeit die Wäsche wuschen, zu viel freie Zeit verschaffen würde. Die Gefahr, dass Frauen Zeit für sich selbst haben, kennen wir ja.  Wir weisen auf die Ironie hin; da wir in schwierigen Zeiten leben, muss man alles erklären, um dissonante Kommentare zu vermeiden.

Wie gesagt Freunde, dies ist eine tolle Erfindung, die sich auch großartig als Geschenk eignet. Speziell entworfen für alle diejenigen, die ein Fläschchen im Alleingang öffnen wollen,  für die Welt des Restaurantgewerbes und für alle, die gern mehrere Weine gleichzeitig probieren oder vergleichen wollen.

Salud und guten Wein, amig@s.

Pésico 2011. Der Rote aus Asturien

Posted in 13€ - 15,99€, Biowein, Ohne D.O., Rotwein mit Crianza with tags , , , on April 18, 2013 by vinoysequedode

Cuvée aus 50% Mencía, 20% Verdejo Negro, 20% Carrasquín, 10% Albarín Tinto. 10-monatiger Barriqueausbau in gebrauchten Fässern französischer Eiche. Biodynamischer Weinbau

Pésico 2011Jedesmal wenn wir ins Fürstentum fuhren und seine Weine probierten, stellten wir fest, dass Asturien das wahre Paradies auf Erden wäre, wenn es doch nur gute Rotweine gäbe. Freunde, wie unser heutiger Wein beweist, ist dies nun tatsächlich Realität geworden!

Es handelt sich um einen kräftigen Wein, der wegen seiner Säure kurz davor scheint, aus der Bahn zu geraten, jedoch im letzten Moment eine Wendung nimmt und nicht in Exzesse verfällt, die  uns  seinen Charme ruinieren. Sein etwas rauher Charakter entsprach, ehrlich gesagt, nicht den Geschmäckern aller in der Verkostung Anwesenden, aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.

Wenn wir das Glas an die Nase führen, nehmen wir frische Noten von Minze und Eukalyptus wahr; ein sinnliches Vergnügen, das von intensiven Brombeer- und Pflaumenaromen geprägt ist, gekrönt wird das Ganze durch einen hohen Gehalt an Gewürznoten und einer subtilen Holzpräsenz.

Die vorhandenen, aber nie unangenehmen, Tannine, die ihm seine gewisse nordische Rauheit verleihen, machen den Pésico am Gaumen sehr kraftvoll. Wir befinden uns am Limit, aber die Säure gerät in keinem Moment aus der Kontrolle. Der Mund wird ein bisschen betäubt und wartet in einer Art entspannender, verträumter Anästhesie auf einen neuen Schluck. Die reifen Früchte sind klar präsent, genauso wie seine sogenannte Mineralik, die nichts anderes ist als ein gemeinschaftlicher Begriff, mit dem jemand in irgendeiner Weinprobe ein Vermögen machte und den wir ohne Sinn benutzen. Denn wie sagte ein Bekannter einmal: „Die Steine haben keinen Geschmack“.

Wir empfehlen diesen Wein zu rotem Fleisch, iberischem Aufschnitt und asturischem Käse, oder, den Indikationen unseres Freundes Adam von Barcelona Vinos folgend, zu wilder, auf Rebstöcken gegrillter Forelle aus Narcea. Pésico 2011

Dieser Wein hat uns angenehm überrascht, denn bisher dachten wir, das asturische Klima sei überhaupt nicht für die Erzeugung von Qualitätsrotweinen geeignet. Wir gehen davon aus, dass sich die Südausrichtung der drei Weinhänge von denen dieser Tropfen kommt (Retortoiro, Tebongo und Borracán) sehr positiv auswirkt, und dem Pésico 2011 seine warme und aromatische Note gibt. Denn auf diese Weise bekommen die Reben bis zu 11 Stunden Sonnenschein täglich, die für die Reifung der Trauben unentbehrlich sind. Es sei darauf hingewiesen, dass es sich um ziemlich seltene, autochthone Rebsorten wie Verdejo Negro, Carrasquín und Albarín Tinto handelt, die dem Wein seinen authentischen Charakter verleihen. Zugegebenermassen waren sie auch uns unbekannt, bis wir diesen Roten entdeckten.

Der Autor, dessen Handschrift dieser Wein trägt, Nicolás Marcos, beschloss vor einigen Jahren seine Koffer in Toro zu packen und sich in der Gegend von Cangas del Narcea niederzulassen. Dort setzt er in seinem Weinkeller Dominio del Urogallo mit seriöser Biodynamik auf die Rückgewinnung fast verlorener Weinberge. Leicht macht man es ihm nicht, aber wir glauben, dass es ein Erfolgstreffer war, denn in Toro gibt es bereits viele Weingüter und Marken, während der Sektor in Asturien noch in den Kinderschuhen steckt. Wenn sich die Entwicklung so fortsetzt, wird man sich schon in wenigen Jahren im Fürstentum großer Weine rühmen können. Genau das hoffen wir!

Salud y buenos vinos, amigos.

12 Volts 2010. Potenz unter Kontrolle

Posted in 16€ -20€, Restaurantempfehlungen, Rotwein mit Crianza, V.T. Mallorca with tags , , , , on März 7, 2013 by vinoysequedode

Cuvée aus Merlot, Syrah, Callet, Fogoneu und Cabernet Sauvignon. 12 Monate Ausbau in neuen Fässern aus amerikanischer und französischer Eiche

Den Wein, von dem wir heute sprechen, entdeckten wir vor einigen Tagen im neuen Va de Baco in der Straße Prado in Madrid. Es ist das zweite Lokal, das diese Firma in der Hauptstadt eröffnet. Empfehlenswert, um verschiedene Weine zu entdecken und sich in einer ansprechenden Atmosphäre mit freundlichem und aufmerksamem Service zu entspannen. Leider geht dieser in vielen Lokalen großer Städte immer öfter verloren, da sich viele Unternehmer des Sektors einbilden, jeder kann ein guter Kellner sein, und sich für Einsparungen durch niedrige Gehälter entscheiden. Wir haben die Bars, Tavernen und Restaurants mit mangelhaftem Service von unserer Liste gestrichen, denn gerade in diesem Bereich ist professionelles Personal, das weiß wovon es spricht und gute Manieren und Ausbildung hat, unabdingbar. Nur so kann der Gast wirklich genießen. Ihr Geizhälse unter den Unternehmern, merkt Ihr denn nicht, dass Euch ein schlechter Service das Geschäft ruiniert?

Nach ausgiebiger Abwägung beschlossen wir, diesen Roten aus Mallorca zu testen, dessen Name schon auf die gebündelte Energie verweist, die in der Flasche steckt. Das von dem einflussreichen Karikaturisten Gary Baseman entworfene Etikett weckte unsere Aufmerksamkeit, nicht weil es uns besonders gefällt, sondern weil sich unter der Illustration des in Los Angeles wohnhaften Künstlers eine Seite aus Lenins Buch „Der Untergang von Port Arthur“ in deutscher Version versteckt. Das Buch erzählt von der Niederlage des Russischen Reiches gegen das Japanische Kaiserreich in der Schlacht von Mukden, heute Shenyang, im Jahre 1905. Merkwürdig, dass der sowjetische Revolutionär auf einem Weinetikett erscheint. Allerdings ist es wohl sehr wahrscheinlich, dass die emanzipatorischen Texte unter den aktuellen Umständen zurückkehren.

Unsere spontane Verkostung des 12 Volts.12 Volts 2010

Seine dunkle kirschrote Farbe mit violetten Reflexen imprägniert das Glas mit Pigmenten und Glyzerin.

In der Nase präsentieren sich auf wunderbare Weise reife, rote Beeren, gemischt mit balsamischen Rosmarin- und subtilen Pfeffernoten.

Am Gaumen ist er noch ein wenig rau, aber kraftvoll und gut ausgewogen. Die roten Früchte, die wir bereits in der Nase wahrnahmen, breiten sich nun vollständig aus. Im Abgang zeigt er sich mineralisch, mit einem Hauch von Meer und mit etwas alkoholischer Sensation, die aber angenehm und proportioniert ist. Die Holznoten sind sehr gut eingebunden.  Seine Schöpfer verstanden es bestens die verschiedenen Elemente des Weines so zu vermischen, dass diese nicht aus dem Gleichgewicht geraten. Den Winzern von 4 kilos vinícola ist es hervorragend gelungen, die Balance auf dem Drahtseil zu halten. Bravo!

Wir mögen diesen mallorquinischen Wein wegen seiner Mischung aus Kraft, Frucht und dem Hauch von Salz, den die Trauben durch die Nähe des Meeres erhalten. Ebenso wegen der Anstrengung von Francesc Grimalt zwei vom Aussterben bedrohte Rebsorten der Insel, wie die Fogoneu und die Callet, letztere in höchster Gefahr des Verschwindens, zu retten. Ihr wisst ja, dass wir in diesem Blog auf Originalität und auf diejenigen setzen, die bei der Produktion ihrer Weine ein Risiko eingehen; natürlich immer dann, wenn das Resultat auch optimal ausfällt.

Die Verkostung des 12 Volts empfehlen wir mit einer original mallorquinischen Sobrasada auf leckerem warmen Brot, oder mit Steinpilzen mit Camembert und karamelisierten Zwiebeln auf Toast, genauso wie zu saftigem roten Fleisch, das nicht zu sehr gebraten wurde (bei anderer Gelegenheit ziehen wir all denen die Ohren lang, die das Fleisch ‚richtig durch‘ bevorzugen).

Salud und gute Weine, amig@s.

Negre de Negres 2008. Hochgenuss aus dem Priorat.

Posted in > 20€, D.O.Ca Priorat, Rotwein mit Crianza with tags , on Januar 30, 2013 by vinoysequedode

Cuvée aus Garnacha, Cariñena, Cabernet Sauvignon und Syrah. 14 Monate Ausbau in französischer Eiche. 

In diesem neuen Post präsentieren wir Euch einen Priorat der Spitzenklasse. Seit Beginn unseres Abenteuers im Internet vor knapp einem Jahr, nähern wir uns damit das erste Mal an diese D.O.Ca an. Das soll nicht heissen, dass wir bislang noch keine Priorats probiert hätten, sondern dass wir einfach noch keinen fanden, der uns gut und gleichzeitig ökonomisch genug für eine Empfehlung erschien. Genau genommen, waren wir schon fündig geworden, stellten aber bei der definitiven Verkostung leider fest, dass der Wein seinen optimalen Punkt bereits überschritten hatte. In der Hoffnung, dass das Weingut in naher Zukunft erneut einen Wein produziert, den wir auf dieser Seite kommentieren können, erwähnen wir den Namen im Moment nicht.

Den Wein, den wir Euch heute näherbringen wollen, entdeckten wir vor einiger Zeit an einem Frühlingsnachmittag in einer VinotekNegre De Negres2008 gegenüber der wunderschönen Kirche Santa María del Mar in Barcelona. Schon damals erregte er unsere Aufmerksamkeit, aber um sicherzustellen, dass es nicht nur die Frühlingsstimmung jenes Tages war, die uns den Wein so wunderbar erschienen liess, entschieden wir uns für erneute Verkostung gut zwei Jahre später. Zu unserer Überraschung war der Wein sogar noch besser geworden; der Lauf der Zeit hatte seinen weichen und ausgeglichenen Charakter potenziert.

„Negre de Negres“ (wörtlich der Rote der Roten). Bei unserem heutigen Wein handelt es sich um eine Glanzleistung von hoher Qualität. Im Glas präsentiert er sich in leuchtendem, intensiven Kirschrot. Sein Bouquet erinnert an reife, dunkle LicorellaBeeren, Süßholz, Wildkräuter und typische Mineralien des Anbaugebietes, in dem der als Licorella bekannte Schiefer der grosse Protagonist des Terrains ist. Am Gaumen kommen die Beeren- und Wildkräuteraromen, die wir bereits in der Nase spürten, zurück. Jedoch erscheinen diese jetzt süß und cremig, die Passage ist seidig und schwungvoll. Der lange und nachhaltige Abgang schreit nach Fortsetzung der Verkostung, dieses aus dem Weingut Portal del Priorat kommenden Meisterstücks.

Wir empfehlen diesen Wein zu gereiftem Käse aus Schafsmilch, wie beispielsweise den Manchegos, zu Foie gras, zu Fleisch und Wurst vom iberischen Schwein, sowie zu würzigen Fleischeintöpfen.

Öffnen wir unseren Geist, legen die Vorurteile beiseite, und lassen uns von den guten Dingen verführen, die Spanien so zahlreich und vielfältig bietet. Nur auf diese Weise erkennen wir, dass wir, unabhängig von der Geographie und Politik, letztlich alle gleich sind. Menschliche Wesen, und das ist schon viel.

Salud y vinos, amigos.

Wenn Ihr Lust auf diesen Wein bekommen habt, könnt Ihr diesen recht günstig über uns bestellen.