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Emilio Valerio 2011. Ein Navarrese mit französischer Handschrift

Posted in 8€ - 9,99€, D.O. Navarra, Rotwein mit Crianza with tags , , on Juni 10, 2013 by vinoysequedode

Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Garnacha und Merlot.  Ausbau in 50 und 80 Hektoliter Tanks aus französischer Eiche, anschließend in gebrauchten Eichenfässern zu 500 Litern. Biodynamischer Weinbau. Handlese.

Freunde, diese Woche haben wir eine gute Nachricht für Euch: Endlich ist es uns gelungen, Euch einen Wein aus Navarra vorzustellen. Schon einige Zeit verfolgen wir die Weine dieser D.O., ohne mit einem fündig zu werden, der unserer „Bloggeridiosynkrasie“ entspricht. Viele werden sagen, und dass sicherlich mit gutem Grund, wir seien nicht in der Lage gewesen, richtig zu suchen, da es in der Comunidad Foral hervorragende Weine gibt; aber nicht alle können wir probieren, denn schließlich wollen wir unsere Leber noch ein bisschen bei Laune halten. Nach den schlechten Erfahrungen der vergangenen Wochen, wollten wir uns endlich diesen Dorn mit einem roten Navarrese entfernen und uns mit jenem Fleck Erde versöhnen. Aufgetrieben haben wir diesen sensationellen und komplexen Wein, der uns für ein paar Tage das Herz gestohlen hat, und nun hoffen wir, dass er Euch ebenso verführt wie uns.

Verkostung des Emilio Valerio 2011.

Der Wein präsentiert sich in dunklem Granatrot, einem Farbton, der an reife Süsskirschen erinnert. Für die Geruchsphase empfehlen wir vehement ein rechtzeitiges Entkorken der Flasche vor dem Verzehr. Diesen besonderen Wein entdeckt man nur mit Geduld vollständig.  Die erste Sensation in der Nase schien uns eher unangenehm: zweifellos animalisch und verschlossen. Glücklicherweise entschieden wir uns, die Flasche ein Weile offen zu lassen und sie dann mit der Vakuumpumpe bis zum nächsten Tag zu verschließen. Nach erneutem Öffnen verwandelte sich der Wein sensationell, seine Aromen von reifen Feigen, sowohl getrocknet als auch in Likör, traten in voller Kraft hervor. Ebenso nahmen wir Notiz von roten Früchten und mineralischen Nuancen. Von der Originalität so vieler Düfte und ihrer Assemblierung sind wir schlichtweg begeistert.

Am Gaumen spüren wir einen Wein mit ausgeprägter Potenz, die die Zunge leicht einschläfert, mit süßen und frischen Nuancen dunkler Schokolade und aromatischen Kräutern. Er ist kräftig und weich zugleich, sehr ausgewogen in seiner Säure, von hoher Ausdruckskraft. Ein Wein, der „süchtig“ macht und den man einfach weitertrinken möchte. Aber Vorsicht, der Wein genießt sich besser mit Ruhe und Mäßigkeit. Darüber hinaus entdecken wir diesen wunderbaren Tropfen indem wir ihn bedächtig trinken, ständig verändert er seinen Geschmack und verwandelt seine Verkostung somit in eine angenehme und unterhaltsame Erfahrung.Emilio Valerio 2011

Der Önologe, dessen Handschrift dieser herrliche Wein trägt, ist der in Cognac geborene Franzose Olivier Rivière, seine Feuertaufe bestand er in der Gegend von Bordeaux. Irgendwann entschied er sich, unserer bescheidenen Meinung nach, mit sehr gutem Kriterium, sich in Spanien niederzulassen, wo er, außer in Navarra, Weine in Rioja und in Arlanza herstellt, so beispielsweise den El Quemado, El Basquevanas, oder El Gabacho.  Mit Letzterem zeigt er einigen Sinn für Humor, denn die von den Spaniern gebrauchte Bezeichnung Gabachos (Franzosen) ist eher abwertend. Rivière respektiert die spanischen Weine, bringt das Beste des französchischen Weinbaus ein, verwirft aber radikal die Preise, die unsere Nachbarn für Qualitätsweine ansetzen. Will man einen guten französischen Tropfen haben, muss man unserer Meinung nach ein Vermögen bezahlen, und selbst dann, sind sie für uns weit von der Qualität der spanischen Weine entfernt, von denen es sehr Gute fast über die ganze Bandbreite der Preise gibt (verzeiht den Chauvinismus unseres Kommentars; jetzt scheinen wir die Franzosen zu sein). Die historische Beziehung zwischen Frankreich und Navarra trägt erneut ihre Früchte. Der Spur Oliviers werden wir folgen, auch wenn es schwierig wird, denn dieser Mann widmet sich den Weinen an vielen Orten.

Dieser kräftige Rotwein wird in der Kellerei Laderas de Montejurra produziert. Diese befindet sich in Dicastillo, verteilt über die Hänge des Montejurra, mitten in der Region Tierra de Estella. Dort setzt die Familie auf biodynamischen Weinbau und die Erhaltung des natürlichen Umfeldes als Identitätsmerkamle. Man verfügt über 25 Hektar Weinberge, die in 15 kleine Parzellen aufgeteilt sind. Auch Olivenöl produzieren sie. Wir müssen unsere Unkenntnis bezüglich der Öle aus Navarra zugeben; bisher hatten wir noch keine Gelegenheit, diese zu versuchen, aber man spricht von hoher Qualität. Dieses Jahr werden wir nicht verstreichen lassen, versprochen!

Verehrte Damen und Herren, hier präsentierten wir Euch den Emilio Valerio 2011. Nun seid Ihr dran, ihn zu genießen. Wenn Ihr unseren Hinweisen folgt, entdeckt Ihr mit Sicherheit einen originellen, schmackhaften und preiswerten Wein. Hoffen wir, dass der Winzer, der dem Wein seinen Namen verleiht, nach dieser Aussage nicht den Preis erhöht.

Salud y buenos vinos, amigos.

Garum 2011. Geschmack und Character aus Cádiz

Posted in 8€ - 9,99€, Blogger unterwegs, Rotwein mit Crianza, V.T. Cádiz with tags , , on Dezember 22, 2012 by vinoysequedode

Cuvée aus Merlot, Syrah, Petit Verdot, Cabernet Sauvignon und Tempranillo. 12 Monate Ausbau in gebrauchten Fässern aus amerikanischer und französischer Eiche

Heute beenden wir die Artikelserie, die wir in den vergangenen Wochen über unsere Wein-Abenteuer durch die Provinzen Cádiz und Badajoz veröffentlicht haben. Wir schließen mit dem Besuch der fantastischen Einrichtungen der Bodegas Luis Pérez, die sich in der Finca Hacienda Vistahermosa von Hijuela de Rompeserones befinden, von der man, besonders abends und nachts, einen spektakulären Blick auf Jerez de la Frontera genießen kannFatima Pérez. Dort empfing uns Fátima Pérez Vega, die Önologin und Tochter des Gründers der Weinkellerei, Luis Pérez, Professor für Lebens- mitteltechnologie an der Universität Cádiz. Er riskierte ein Menge als er sich entschied, in der fast ausschließlich von Likörweinen dominierten Gegend, Rotweine herzustellen. Wir möchten uns bei Fátima für die unkomplizierte Art bedanken, mit der sie uns den beinahe unangekündigten Besuch des Weingutes an jenem verregneten  Freitagnachmittag ermöglichte. Diese Geste möchten wir herausstellen, denn in vielen anderen Gelegenheiten wäre so etwas glattweg unmöglich gewesen.

Fátima führte uns durch das Weingut und beantwortete all unsere Fragen mit völliger Transparenz. Ihre natürliche Schüchternheit verhinderte dabei keinesfalls umfassende und zutreffende Erklärungen. Die Weine verkosteten wir zusammen mit ihr in sehr schönem Ambiente, das zwar aufgrund seiner modernen Architektur anfangs etwas kalt erschien, sich aber nach den ersten Schlucken, der drei in der Kellerei hergestellten ruten Juwelen, rasch erwärmte. Schnell entspannten wir uns und ließen uns in lockerer Atmosphäre von den Nuancen der verschiedenen Weine verzaubern.

Die Degustation bestand aus Garum 2011, Samaruco 2010 und Petit Verdot 2008. Wir müssen zugeben, dass uns der Erste, und zudem Preiswerteste der Drei, am meisten zusagte. Über den Samaruco sind die Mitglieder des Blogs geteilter Meinung und beim Petit Verdot glauben wir, dass sein Preis unverhältnismäßig hoch gegenüber dem ist was angeboten wird. Immerhin liegt dieser bei satten 50€.

Garum 2011, ein Allrounder für jede Gelegenheit.

Diesen Wein entdeckten wir vor einigen Jahren während eines Besuchs in Cádiz im Restaurant Garum. Damals dachten wir der Wein und das Restaurant trügen die gleiche Handschrift. Die Besitzerin des Lokals befreite uns von dem Irrtum und schenkte uns diesen sensationellen Wein des Jahrgangs 2007 ein, falls uns unser Gedächtnis nicht im Stich läßt, was sehr wahrscheinlich ist. Wir waren angenehm überrascht und vermerkten ihn für zukünftige Verkostungen in unserem Weinnotizbuch. Genau das taten wir in diesem Jahr mit in den Jahrgängen 2010 und 2011, den wir heute kommentieren und wärmstens empfehlen.

Als erstes möchten wir sein ausgezeichnetes Preis-Genuss-Verhältnis hervorheben, das man gerade in schwierigen Zeiten mehr denn je schätzt. Ein Qualitätswein zu demokratischem Preis, der für jeden Geldbeutel erschwinglich ist.

In attraktivem dunklen GraGarum 2011natrot kommt der Garum 2011 daher. In der Nase verströmt er ein intensives Aroma von reifen, roten Beeren, die an Marmelade erinnern; Kaffee, Kakao und Lakritz, obendrein ist er würzig. Am Gaumen entfalten sich alle Aromen, die sich bereits in der Nase ankündigten, es dominiert die Ausgewogenheit weicher Tannine, die uns zu einem süßlichen und kräftigen Nachgeschmack führen, der dem eines guten Kaffees gleicht.

Wir empfehlen ihn zu Fleisch- oder Gemüseeintöpfen, zu Reisgerichten, iberischem Fleisch vom Grill, Grillpartys mit Qualitätsprodukten, rotem Fleisch, Wildgerichten, oder Tapas iberischer Wurstwaren und gereiftem Schafskäse. Er paßt ebenso wunderbar zu Nudelgerichten oder dunkler Schokolade.

Kultnotiz: Garum war eine Art Fischsauce, die an der Küste von Cádiz angefertigt wurde und eine Delikatesse der römischen Herrscher darstellte. Diese Pastete der Antike wurde als Beilage für jegliche Art von Speisen verwendet. Wir forschten im Bereich des Gastgewerbes nach, warum man sie in der Gegenwart nicht mehr findet. Nach Aussage der befragten Experten sei der Geschmack dieser Soße für die heutigen Gaumen einfach zu unangenehm.

Das ganze Gegenteil ist der Fall mit diesem großartigen Wein der Bodegas Luis Pérez, dessen Aroma und Geschmack äußerst angenehm sind. Probiert ihn während der Weihnachtsfeiertage und berichtet uns davon.

Salud, vinos, und Frohe Feiertage.

Flor d’Albera Moscat Sec 2009. Ein goldenes Elixier mit Traubengeschmack.

Posted in 8€ - 9,99€, D.O. Empordà, Weißwein mit Barriqueausbau on August 5, 2012 by vinoysequedode

In diesen Tagen ergeht es den netten Bewohnern in der Gegend des Ampurdán (Empordà in Katalanisch) nicht gerade gut. Seit Wochen wüten dort Garnacha centenaria verheerende Brände, die mittlerweile zahlreiche Waldgebiete und auch einige Weinberge angegriffen haben. Deshalb möchten wir Ihnen heute  hulidgen. Da es unmöglich ist, alle Weingüter und Weine zu erwähnen, die in diesem Teil des spanischen Nordostens existieren, personalisieren wir diese kleine Hommage mit einem der besten Weißweine der D.O. Empordà, dem Flor d’Albera Moscat Sec 2009 aus dem Weinkeller Martí Fabra in Sant Climent Secebes, der am Fuß der Sierra d’Albera liegt. 

Dieser Weißwein wurde 12 Monate in französischen Eichenfässern ausgebaut; damit erhielt er eine Vielzahl Nuancen, die ihn ausgesprochen schmackhaft und verführerisch machen.

Zuerst fällt seine intensive strohgelbe, ins Goldene übergehende, Farbe auf. Beim darauffolgenden Jahrgang 2010 nehmen wir eine schwächere goldene Farbe und ein weniger intensives, jedoch ebenso angenehmes Aroma war. Wie sich doch ein weiteres Jahr in der Flasche bemerkbar macht!

In der Nase spüren wir eine Vielzahl von Aromen sehr reifer, exotischer Früchte; vorallem aber sticht der herrliche Duft der Muskattrauben heraus, die wir Naschkatzen so mögen. Logisch, wenn wir bedenken, dass der Wein nur aus Trauben dieser Rebsorte besteht, die zur Familie der Muskateller gehört. Aber dem ist nicht genug, nach einem Weilchen öffnet sich der Wein und gibt uns alle Noten, die ihm das Holz während der Reifung verlieh, Preis.

Exquisit wird es, wenn wir den Tropfen an den Gaumen bekommen: Welch Apotheose von Aromen, Texturen und Nuancen, was für ein Gleichgewicht! Obwohl er als „trocken“ deklariert ist, bleibt er bis zum letzten Moment spanned, die süßlichen und verführerischen Noten bilden den perfekten Gegenpol. Verzeiht mir das familiäre Zitat, aber ich denke, es ist sehr angebracht. Die Blogmitglieder probierten den Wein zu verschiedenen Gelegenheiten und mit anderen Personen, aber die definitive Aussage zu diesem Tropfen kam von Vater des Schreibenden: „Es ist gut, dass die Weine Aromen von Früchten, Vanille oder Gewürzen haben, aber diesen mag ich besonders, weil er sehr nach Trauben schmeckt.“ Das stimmt liebe Freunde, dieser wunderbare Weiße hat leichte florale Aromen und Nuancen von Kräutern oder Gewürzen, aber sein wirklicher Geschmack ist der der Muskattraube. Er macht sowohl die Liebhaber eher trockener Weine als auch die der fruchtigen Aromen glücklich. Endlich entdeckten wir den perfekten Wein, mit dem man bei der Auswahl eines Weißweins die ewige Diskussion ob trocken oder fruchtig vermeiden kann.

Vom Frühstück abgesehen, eignet sich dieser Wein für jede Tages- und Nachtzeit und passt hervorragend zu Fisch, Pasta, Foie gras, kräftigen Käsesorten oder hellem Fleisch. Doch sicher kommt Ihr beim Verkosten noch auf tausend andere Kombinationsmöglichkeiten. Die „Experten“ empfehlen eine Trinktemperatur von etwa 10º, wir bevorzugen jedoch ein paar Grad weniger.

Das Beste ist allerdings nicht der Wein selbst, der zweifelsohne zu den Edelsteinen zählt, sondern denjenigen kennengelernt haben zu dürfen, der dahinter steht, seinen Schöpfer Joan Fabra. Es ist ein toller Kerl. Bescheiden, trotz seiner fabelhaften Weine, von denen wir Euch hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft berichten können. Sympathisch in seiner Schüchternheit und ein großartiger Mensch. Es ist schon seltsam, aber immer wenn wir ein Winzer oder Önologen kennenlernten, hat sich bis jetzt bewiesen, dass die Bescheidensten und Höflichsten, die besten Weine kreieren, während die, die von sich selbst sprechen als ob sie das Penicillin erfunden oder die Elektrizität entdeckt hätten, oder von ihren Weinen behaupten sie seien die Genese aller Weine, stellen eher Durchschnittsweine nach Allerweltsgeschmack her. Joan gehört zu den Ersteren. Nicht all seine Weine überzeugen uns, aber die, die wir mögen, sind sublim.

Mit diesem Wein des Familienweinguts Martí Fabra, der als Repräsentant für alle anderen aus der Gegend dient, wollten wir heute allen Kellermeistern, Winzern, Önologen, Landwirten, Saisonarbeitern und Anwohnern des Ampurdán Respekt zollen. Hoffen wir, dass sich die Situation bald verbessert und dass diese Menschen wieder ein Umfeld schaffen können, das die Herstellung großartiger Tropfen begünstigt. Sie haben unsere volle Unterstützung, und sicherlich auch die unserer Leser und Freunde.

Stoßen wir darauf mit einem Wein aus dem Ampurdán an. Viel Glück Freunde.

Salud.

Raúl Calvo Crianza, ein etwas anderer Ribera del Duero.

Posted in 8€ - 9,99€, D.O. Ribera del Duero, Rotwein mit Crianza with tags on Februar 26, 2012 by vinoysequedode

¿Ribera del Duero? Das ist mir zu klassisch! So meine Reaktion bis ich in einer „blinden“ Weinverkostung den Raúl Calvo Crianza entdeckte. Schon sein granatrot verweist auf pure Frucht, aber dieser Wein ist wie eine Handvoll Brombeeren aus dem Garten meiner Eltern. Mit einer Fassreife von 12 Monaten enttäuscht dieser 100% Tempranillo aus den Bodegas Raúl Calvo wohl keinen.