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Pirita Crianza 2008, pure Eleganz vom Duero

Posted in 10€ - 12,99€, Biowein, D.O. Arribes, Rotwein, Rotwein mit Crianza, Wein with tags , , , on Dezember 6, 2014 by vinoysequedode

Extrem-Verschnitt” der roten Rebsorten Juan García, Rufete, Bruñal, Tinta Madrid, Tempranillo, Bastardillo Chico, Bastardillo Serrano, Tinta Jeromo, Gajo Arroba, Garnacha Tintorera, Verdejo Colorado, und der weißen Rebsorten, Malvasía del Bierzo (Doña Blanca), Puesta en Cruz, Godello, Albillo und Moscatel. Alte Reben. Ausbau zwischen 9 und 24 Monaten in französischen Eichenfässern von 225 l, von denen 10 bis 15 % neu sind. Biodynamischer Weinbau.  Limitierte Produktion von ca. 6.000 Flaschen.

Endlich sind wir wieder zurück mit einem neuen Blogbeitrag. Die treuen Fans von Vino y se Quedó haben sicher bemerkt, dass der Letzte schon eine Ewigkeit her ist. Um diese lange Wartezeit zu kompensieren, dachten wir, dass wir zumindest mit einem besonderen und einzigartigen Wein in die Szene zurückkehren sollten. Gleichzeitig gibt die Ursprungsbezeichnung (Denominación de Origen) D.O. Arribes ihren Einstand im Blog.Pirita Crianza 2008

Den Pirita Crianza 2008 keltert die Weinbauerin Charlotte Allen unweit der Ufer des Duero, einer wunderschönen Gegend im Naturpark Arribes del Duero, den sich die Provinzen Salamanca und Zamora teilen.

Charlotte Allen, eine Engländerin in Fermoselle

Charlotte machte ihre ersten Schritte in der Welt des Weinbaus unter der Aufsicht von Noël Pinguet im Weingut Domaine Huet an der Loire. Dort wurde sie ebenfalls in die Philosophie der Biodynamik eingeführt. Mit sehr klaren Vorstellungen ging sie nach Italien und Südafrika, um ihre Kenntnisse zu vertiefen. Anschließend kehrte sie nach Frankreich zurück, wo sie an der Rhone Önologie und Weinbau studierte. Gleichzeitig verband sie dort ihre Studien mit der Arbeit als ambulante Winzerin und Önologin bis sie eines Tages, im Jahr 2006, auf einer Reise nach Rueda ihren Freund Didier Belondrade wiedertraf, der ihr vom Arribes del Duero berichtete. Eine Gegend, die noch Neuland für die Herstellung singulärer Weine war. Auf ihrer Homepage erzählt sie: “Ich fühlte mich überwältigt von der wilden Schönheit der Region, den tiefen Schluchten, geschliffen von den Flüssen Duero und Tormes, den steilen Terrassen, bedeckt mit alten Weinreben und noch älteren Olivenbäumen, der Art, auf die sich der Mensch an die Landschaft angepasst hat, anstatt sie seinem Willen zu unterwerfen.”  

Nur wenige Monate später ließ sie sich dort nieder. Einfach hatte sie es nicht gerade, vorallem im ersten Jahr, als sie noch kein Spanisch sprach, nicht im Alltagsleben und erst recht nicht auf bürokratischer Ebene. Außerdem galt es die Antipathie und ständige Kritik der Einheimischen zu ertragen. Da überrascht es keineswegs, dass sie ihre Entscheidung bald in Zweifel stellte: “Trotz all meiner Reisen hat mich das Leben nicht auf ein Leben in Fermoselle vorbereitet”. Mit der Zeit und durch harte Arbeit lernte sie, sich an die Umgebung und an ein Leben in einer spanischen Kleinstadt anzupassen, das sie humorvoll als eine Mischung der beiden Filme “The Good, the Bad and the Ugly” (Zwei glorreiche Halunken)” und „A year in Provence“ beschreibt.

Verkostung des persönlich geprägten und magischen Pirita Crianza 2008

Bevor wir mit der eigentlichen Verkostung beginnen, möchten wir erwähnen, dass uns dieser Wein amüsant und originell erschien, hielt er uns doch eine ganze Weile spielerisch in Schach, indem er in jedem Augenblick seine Aromen und Nuancen änderte. In seiner Spezie ist es ein einzigartiger Wein.

Der Pirita Crianza 2008 besitzt ein schönes Kirschrot mit violetten ReflexePirita 2008 contran und hinter- läßt im Glas kompakte Tränen.

Das Spektakel beginnt bereits in der Geruchsphase. Als erstes kommt uns eine Kindheits- erinnerung aus dem Werkunterricht in den Sinn, jener Geruch, der das ganze Klassenzimmer imprägnierte, als alle die Dose des Klebers öffneten. Ein Aroma, das später die berüchtigte Suchtwelle initiieren sollte. Diesem Hauch von Kleber und Lack folgen intensive Noten in Rum eingelegter Brombeeren. Ebenso nehmen wir grüne Feigen und ein florales Bouquet von Malven und Veilchen wahr, die dem Wein Frische verleihen. Ein sehr originieller Wein, dem hatten wir ja bereits vorgegriffen.

Am Gaumen ist er voluminös und etwas würzig. Der Wein glänzt durch guten Einklang von Säure und geschmeidigen Tanninen. Es dominieren rote Früchte, genauer gesagt Walderdbeeren, und Kräuternoten. Mit seinem langen Nachklang und Anreiz nach mehr, lässt er die Flasche kleiner erscheinen als sie tatsächlich ist. Politisch unkorrekt könnte man sagen, ein Wein, der kistenweise zu trinken ist. Zum Ende hin gibt er ein süßliches Aroma preis.

Der Pirita 2008 harmoniert mit allen Arten von Fleisch und kräftigen Eintöpfen, sowie gereiftem Käse und Foie gras. Man muss ihm Zeit geben und ihn beruhlich genießen. Anderenfalls entgeht einem eine großartige Erfahrung. Der Wein und die Eile sind keine guten Reisegefährten.

Charlotte produziert diesen prächtigen Wein in ihrem Weingut Almaroja, das über acht Hektar zwischen 75 und 100 Jahre alter Rebstöcke verfügt. Diese Weinberge befinden sich in 34 Parzellen zwischen 550 und 800 Metern über dem Meeresspiegel.

Coupage – „praktisch unmöglich“ und noch nie dagewesen

An dieser Stelle des Posts kommen wir an den Punkt, an dem sich der Pirita Crianza 2008 aus eigenem Verdienst in den Wein verwandelt, der mit den meisten und ausgefallensten Rebsorten, denen wir in Vino y se Quedó je begegnet sind, gekeltert wurde. Abgesehen von der, auf dem Eitikett vermerkten, Rebsorte Juan García (65% des Coupage), enthält dieser Wein BruñalRufeteTempranilloTinta Madrid, die zusammen 15% ausmachen. Diese vier Rebsorten und die Juan García werden separat gekeltert.  Außerdem zählen wir Bastardillo ChicoBastardillo SerranoTinta JeromoGajo ArrobaGarnacha Tintorera und Verdejo colorado (die sechs Rebsorten summieren circa 10% der Mischung), sowie circa 10% weißer Trauben wie MalvasíaAlbilloGodelloPuesta en Cruz und Moscatel. ¿Bietet jemand mehr?

Wenn uns einer gesagt hätte, dass aus diesem Potpourri von Trauben ein so eleganter und genialer Wein hervorgehen kann, hätten wir laut gelacht. Nun haben wir keine andere Wahl, als uns dem Verdienst von Charlotte Allen hinzugeben. Gleichzeitig erklären wir uns ab diesem Moment zu ihren offiziellen Fans.

Salud y buenos vinos, amigos.

 

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Ars Nova 2007 – Navarresischer Gemüsegarten aus der Flasche

Posted in 10€ - 12,99€, D.O. Navarra, Rotwein, Rotwein mit Crianza, Wein with tags , , , on April 2, 2014 by vinoysequedode

Coupage aus 40 % Tempranillo, 40 % Cabernet Sauvignon, 20 % Merlot. 24 Monate in Betonzubern und 9 Monate in französischen Eichenfässern ausgebaut. Ohne Filterung. Produktion von 70.000 Flaschen.

Heute kehren wir nach Navarra zurück, um Euch einen Wein vorzustellen, den wir, abgesehen von einem großartigen Preis-Genuss Verhältnis, für wunderbar originell und facettenreich halten. Der Ars Nova 2007 hielt die Besatzung von Vino y se Quedó während der Verkostung gut in Schach, denn sowohl in der Nase als auch am Gaumen erschienen ständig wechselnde Noten.

Es handelt sich um einen Wein, der aus Weinbergen in etwa sechshundert Metern über dem Meeresspiegel, in einer privilegierten Gegend wie dem Tal von Yerri kommt, das eingebettet in die Ausläufer der Sierra de Urbasa-Andía liegt und unter dem Namen Tierra Estella bekannt ist, da diese Stadt den offiziellen Sitz der einzelnen Dörfer des Tals bildet. Durch dieses führt der Jakobsweg, über den zahlreiche Rebsorten, die heute neben Spaniens auch viele andere europäische Felder bewohnen, hierher kamen und gegenüber früher von den ruhelosen Winzern über die Jahre beträchtlich verbessert wurden.

Entdeckung  des Ars Nova 2007

Dieser fabelhafte Wein kommt in schönem Rubinrot mit purpurfarbenen Rändern daher und füllt das Glas mit erhabener Präsenz.

Dank seiner Komplexität lässt er uns schon in der Nase ausflippen. Als erstes nehmen wir die ganze Symphonie eines navarresischen Gemüsegartens war, in dem sowohl die roten als auch die grünen Paprikas die Protagonisten sind, an deren Intensität wir ungemeinen Gefallen finden. Zu diesem leckeren Salat gesellen sich Tomatenstauden und Pfeffer, sowie ausgewählte Noten von Erdbeersahne-Bonbons, die nichts anderes als die perfekte Union von Waldfrüchten und Erinnerungen an Holz des Barriqueausbaus sind. Am Ende stoßen wir auf kräftige Noten frisch gebrühten Kaffees und Süßholz. Eine beeindruckende Kombination. Sehr original und angenehm. Ars Nova 2008Am Gaumen ist er kräftig, fleischig, warm und lang. Es erscheinen bittere Kaffeenoten, gefolgt von einem Finish roter Beeren. Außerdem finden wir einen rauchigen Geschmack vor, der dem Aroma einer guten Havanna gleicht. Dieser Rote weist eine erfrischende Säure auf, die einlädt, ohne Einhalt weiter zu trinken. Es ist ein sehr einfach zu trinkender Wein, der trotzdem eine hervorragende Komplexität besitzt. Der Ars Nova 2007 zeigt Stil und ist trotz seines Alters recht lebendig.

Wir finden, dass er sehr gut mit einer Vielzahl von Aufläufen, Fleisch, Wild, sowie geräuchertem Käse aus Navarra harmonisiert.

Verantwortlich für diesen Wein ist das Team der Compañía Vitivinícola Tandem, das diesen mit der Philosophie herstellt, die wir in Vino y se Quedó so mögen: mit viel Geduld und einer sorgsamen Pflege der Weinberge. Denn nur so lassen sich die besten Trauben lesen, ohne die es unmöglich ist, einen guten Wein zu erzielen. Wenn wir die Flasche öffnen, nehmen wir genau diese Sorgsamkeit und gute Arbeit im Weinberg und in der Bodega wahr und spüren sein Terroir.  Genau das erwarten wir von jedem Wein: er sollte sein Herkunft repräsentieren. Die Tandem Mitglieder wissen, wie man Klassik und Modernität bis zur Perfektion kombiniert und so einen Mehrwert erreicht. Wir können es kaum erwarten, den Rest ihrer Weine zu probieren und ihren Wertegang zu vorfolgen. Das Ganze macht einen guten Eindruck.

Alle diejenigen, die wir in irgendeinem Moment den Jakobsweg von Roncesvalles aus als Ziel haben, sollten sich ein paar Flaschen des Ars Nova als Kraftstoff in den Rucksack laden, damit lässt sich der Platz des Obradoiro in Santiago de Compostela sicher mit weniger Leiden erreichen. Also vorher noch ein Bestellung beim Weinhändler aufgeben!

Salud y buenos vinos, amigos

Ziries 2011. Ein Wein mit königlicher Seele.

Posted in 10€ - 12,99€, Ohne D.O., Rotwein, Rotwein mit Crianza, Wein with tags , , , on August 1, 2013 by vinoysequedode

100% Garnacha. 12 Monate Ausbau in französischen Eichenfässern von 500 Litern mit weniger als 3 Jahren Nutzung. Biodynamischer Anbau. Bio-Wein.

Diese Woche präsentieren wir Euch einen Wein aus Toledo, den wir schon vor einiger Zeit  probierten, als die Hitze noch nicht so drückte wie in den letzten Tagen und es keinem Balanceakt bedurfte, den Wein auf einer angenehmen Temperatur zu halten. Schliesslich wollen wir die fantastische Arbeit, die das Team des Weinguts mit soviel Hingabe erledigte, nicht direkt zunichtemachen.

Mit seiner leuchtend rubinroten Farbe füllt der Ziries 2011 das Glas mit einer Sensation von Frische, Lebendigkeit und Freude.

In der Nase kommt die volle Kraft der mehr als vierzig Jahren alten Garnachareben zum Ausdruck, die für diesen Rotwein verwendet wurden. Ein Bouquet von wilden, roten Früchten, in dem Walderdbeeren und Sauerkirschen dominieren, ausserdem nehmen wir Anklänge von Menthol und frisch gehauenem Stroh, sowie mineralische und zitrusähnliche Noten wahr.

Am Gaumen entdecken wir die Nuancen wieder, die wir bereits in der Nase spürten, eine gut verstandene Kombination aus Frische und Säure, die im langen Abgang bittere Schokolade und schwarzen Pfeffer freigibt.  Ein Wein mit wunderbar konzentrierter Frucht und ohne Holz-Einschlag, der Ausbau in Barriques ist meisterhaft gewesen und verfeinert das endgültige Ergebnis mit verführerischen und würzigen Nuancen. Das Holz wurde genauso verwendet, wie es immer sein sollte: als Ergänzung.  Weder mehr noch weniger. DSC_0015 (2) copyDie perfekte Paarung für diesen lebendigen Wein sind Eintöpfe und Aufläufe, sowie Wildgerichte. Die Trauben für diesen Roten kommen aus den Gemeinden Cuerva und San Pablo de los Montes, in der Nähe der Berge von Toledo, ein idealer Ort, um die lokale, auf Wild spezilisierte, Küche zu probieren.

Wir verweisen Euch auf die Notwendigkeit, den Wein vor dem Verzehr zu dekantieren; wenn dies nicht möglich ist, dann sollte sich der Wein zumindest eine geraume Zeit im Glas entfalten können, denn beim Öffnen der Flasche registrieren wir, nicht zuletzt aufgrund seines ökologischen Anbaus, animalische Noten, die im Laufe der Dekantierung verschwinden.

Schwelgen wir ein bisschen in der Geschichte

Viele von Euch werden sich fragen wo zum Dämonen der Name dieses Weins herkommt. Nun, er verweist auf die Familie der Ziriden, einer Berber-Dynastie, deren Ursprung in den Bergen der Region Kabylei, im heutigen Algerien liegt. Ein Zweig dieser Familie, angeführt von Zāwī Ben Zīrī, brach  ins muslimische Hispania (al-Ándalus) auf und diente dort als Söldnertruppe in der Armee von Almanzor, Anführer von al-Ándalus. Später, im Jahr 1013, gründeten sie nach dem Zerfall des Kalifats von Córdoba das Taifa-Königreich von Granada.

Bei unserer Theorie warum die Freunde der Bodegas Lobecasope diesen Namen als Markenzeichen für ihr Weingut wählten, handelt es sich in Wirklichkeit um eine Doppeltheorie. Auf der einen Seite denken wir, dass sie sich als „unabhängiges Königreich“ innerhalb der aktuellen Weinszene deklarieren wollten, und daher auch nicht unter der Regie eines kontrollierten Anbaugebiets (Denominación de Origen) arbeiten, sondern auf Ihre Bewegungsfreiheit und Unabhängigkeit bestehen.  Auf der anderen Seite könnten sie sich aber auch aufgrund der von den Ziriden vertretenen Werte wie Schönheit, guten Geschmack und hedonistischen Lebensstil für diese Nomenklatur entschieden haben, die die Freude am Genuß eines guten Weins perfekt repräsentieren. Hoffen wir, dass wir zumindest mit einer dieser Theorien richtig liegen. Falls dem nicht so ist, zählen wir auf Flequi oder einen seiner fünf Gefährten des Weinguts, dass sie uns aufklären.

Während wir auf die Lüftung des Geheimnisses warten, verabschieden wir uns bis zum nächsten Post mit einem Glas des Ziries 2011.

Salud, y buenos vinos, amigos.