Archive for the Anbaugebiet Category

Almirez 2010. Ein gezähmter Stier

Posted in 13€ - 15,99€, D.O. Toro, Rotwein mit Crianza with tags , on Januar 7, 2013 by vinoysequedode

100% Tinta de Toro. 12-monatiger Ausbau in französischen Eichenfässern, 70% davon einmal gebraucht und 30% neu.

Almirez¿Wer hat behauptet ein Wein aus Toro könnte nicht seidig, verführerisch und ausgewogen sein? In irgendeinem Moment haben wir das alle für unmöglich gehalten. Wenn man in der Vergangenheit in der schönen und historischen Gegend von Toro abstieg, traf man auf kraftvolle aber etwas unausgewogene Weine, die als Begleiter der deftigen kastilischen Gerichte gedacht waren, die einen nicht daran gewöhnten Magen mitunter eine zeitlang in Schach halten können. Obwohl wir immer noch Weine finden, die sich eher rau und ungeschliffen präsentieren, sind seit einigen Jahren Veränderungen im Gange, und auch in der D.O. Toro stellt man mittlerweile modernere Weine mit verbesserter Struktur her. Das gilt auch für den Wein, der uns heute beschäftigt. Der Almirez 2010 weist die klassischen Merkmale eines Toro auf, die ihm die Tinta de Toro, also die lokalen Tempranillo Trauben verleihen. Gleichzeitig schenkte ihm der Önologe Marcos Eguren, der aus einer Familie mit langer Tradition in der Produktion von Qualitätsweinen in der Rioja Alta stammt, moderne Nuancen. Die Eguren sind Eigentümer des Weinguts Viñedos Sierra Cantabria, in dem sie die Weine Sierra Cantabria Colección Privada, Sierra Cantabria Cuvée, Sierra Cantabria Organza, El Bosque oder Amancio herstellen; Viñedos de Páganos, aus dem die Vinos de Pago, der höchsten spanischen Klassifizierung, El Puntido und La Nieta kommen; sowie Señorío de San Vicente, wo sie ihren einzig aus der Sorte Tempranillo peludo produzierten Wein gewinnen. Der Wein, den wir heute vorstellen, ist eine Kreation aus Teso La Monja, ihrem jüngsten und einzigsten Weingut in Toro, nachdem Numanthia Termes 2008 an das Imperium Louis Vuitton – Moët Hennessy verkauft wurde.

Almirez 2010 glänzt mit intensiv rubinroter Farbe mit leichten violetten Reflexen und hinterlässt eine wunderschöne Träne, die das ganze Glas imprägniert.

In der Nase finden wir ein intensives Bouqet roter Beeren, in dem die Gewürze dominieren und der Pfeffer eindeutiger Protagonist ist, desweiteren nehmen wir Toast- und Likörnoten war. Den Einsteigern in das Weinuniversum sei empfohlen, die Nase ohne Skrupel in das Glas zu stecken, nur so lassen sich alle Nuancen entdecken, die der Wein zum Ausdruck bringt. Denjenigen, die uns oder Euch wegen dieser „Professionalität“ auslachen, könnt Ihr als Warnung einen Schubs auf ihren Riecher verpassen. Das wirkt Wunder: nie wieder werden sie sich über Euch lustig machen. Wie sagt die alte Weisheit, „Blinder Eifer schadet nur!“.

Almirez 2010

Am Gaumen ist er vollmundig, mit erfrischender Wildheit, die sich Sekunden später in Samt verwandelt. Genau diesen Gegensatz mögen wir. Die Zunge und die Seitenränder des Mundes werden ein bisschen betäubt, der Wein gerät aber in keinem Moment aus dem Gleichgewicht. Die energische Persönlichkeit der Tinta de Toro Trauben wurde wunderbar integriert und verleiht ihm diese feurige Mischung aus Pfeffer, Kaffee, roten Konfitüren und reifen Pflaumen; und dann dieser herrlich lange Abgang.

Unserer Ansicht nach paßt dieser einzigartige Wein perfekt zu Lendensteak mit Pfeffer, deftigen Eintöpfen, Ochsen-bzw. Stierschwanz, und Fleisch vom Holzkohlegrill.

Kurz gesagt, ist der Almirez 2010 ein außergewöhnlicher Wein, der immer besser wird, während sich die Flasche leert. Jedes Glas ist anders als das Vorhergehende, die Botschaft des Weins ändert sich je weiter wir mit der Verkostung fortschreiten. Auf diese Weise genießen wir den gezähmten Stier bis zum letzten Schluck, ohne dass er sein Feuer verliert.

Salud y vinos.

Diesen feurigen Spanier muss man einfach im Keller haben, zumal er sich bestens noch ein paar Jahre lagern läßt.

Garum 2011. Geschmack und Character aus Cádiz

Posted in 8€ - 9,99€, Blogger unterwegs, Rotwein mit Crianza, V.T. Cádiz with tags , , on Dezember 22, 2012 by vinoysequedode

Cuvée aus Merlot, Syrah, Petit Verdot, Cabernet Sauvignon und Tempranillo. 12 Monate Ausbau in gebrauchten Fässern aus amerikanischer und französischer Eiche

Heute beenden wir die Artikelserie, die wir in den vergangenen Wochen über unsere Wein-Abenteuer durch die Provinzen Cádiz und Badajoz veröffentlicht haben. Wir schließen mit dem Besuch der fantastischen Einrichtungen der Bodegas Luis Pérez, die sich in der Finca Hacienda Vistahermosa von Hijuela de Rompeserones befinden, von der man, besonders abends und nachts, einen spektakulären Blick auf Jerez de la Frontera genießen kannFatima Pérez. Dort empfing uns Fátima Pérez Vega, die Önologin und Tochter des Gründers der Weinkellerei, Luis Pérez, Professor für Lebens- mitteltechnologie an der Universität Cádiz. Er riskierte ein Menge als er sich entschied, in der fast ausschließlich von Likörweinen dominierten Gegend, Rotweine herzustellen. Wir möchten uns bei Fátima für die unkomplizierte Art bedanken, mit der sie uns den beinahe unangekündigten Besuch des Weingutes an jenem verregneten  Freitagnachmittag ermöglichte. Diese Geste möchten wir herausstellen, denn in vielen anderen Gelegenheiten wäre so etwas glattweg unmöglich gewesen.

Fátima führte uns durch das Weingut und beantwortete all unsere Fragen mit völliger Transparenz. Ihre natürliche Schüchternheit verhinderte dabei keinesfalls umfassende und zutreffende Erklärungen. Die Weine verkosteten wir zusammen mit ihr in sehr schönem Ambiente, das zwar aufgrund seiner modernen Architektur anfangs etwas kalt erschien, sich aber nach den ersten Schlucken, der drei in der Kellerei hergestellten ruten Juwelen, rasch erwärmte. Schnell entspannten wir uns und ließen uns in lockerer Atmosphäre von den Nuancen der verschiedenen Weine verzaubern.

Die Degustation bestand aus Garum 2011, Samaruco 2010 und Petit Verdot 2008. Wir müssen zugeben, dass uns der Erste, und zudem Preiswerteste der Drei, am meisten zusagte. Über den Samaruco sind die Mitglieder des Blogs geteilter Meinung und beim Petit Verdot glauben wir, dass sein Preis unverhältnismäßig hoch gegenüber dem ist was angeboten wird. Immerhin liegt dieser bei satten 50€.

Garum 2011, ein Allrounder für jede Gelegenheit.

Diesen Wein entdeckten wir vor einigen Jahren während eines Besuchs in Cádiz im Restaurant Garum. Damals dachten wir der Wein und das Restaurant trügen die gleiche Handschrift. Die Besitzerin des Lokals befreite uns von dem Irrtum und schenkte uns diesen sensationellen Wein des Jahrgangs 2007 ein, falls uns unser Gedächtnis nicht im Stich läßt, was sehr wahrscheinlich ist. Wir waren angenehm überrascht und vermerkten ihn für zukünftige Verkostungen in unserem Weinnotizbuch. Genau das taten wir in diesem Jahr mit in den Jahrgängen 2010 und 2011, den wir heute kommentieren und wärmstens empfehlen.

Als erstes möchten wir sein ausgezeichnetes Preis-Genuss-Verhältnis hervorheben, das man gerade in schwierigen Zeiten mehr denn je schätzt. Ein Qualitätswein zu demokratischem Preis, der für jeden Geldbeutel erschwinglich ist.

In attraktivem dunklen GraGarum 2011natrot kommt der Garum 2011 daher. In der Nase verströmt er ein intensives Aroma von reifen, roten Beeren, die an Marmelade erinnern; Kaffee, Kakao und Lakritz, obendrein ist er würzig. Am Gaumen entfalten sich alle Aromen, die sich bereits in der Nase ankündigten, es dominiert die Ausgewogenheit weicher Tannine, die uns zu einem süßlichen und kräftigen Nachgeschmack führen, der dem eines guten Kaffees gleicht.

Wir empfehlen ihn zu Fleisch- oder Gemüseeintöpfen, zu Reisgerichten, iberischem Fleisch vom Grill, Grillpartys mit Qualitätsprodukten, rotem Fleisch, Wildgerichten, oder Tapas iberischer Wurstwaren und gereiftem Schafskäse. Er paßt ebenso wunderbar zu Nudelgerichten oder dunkler Schokolade.

Kultnotiz: Garum war eine Art Fischsauce, die an der Küste von Cádiz angefertigt wurde und eine Delikatesse der römischen Herrscher darstellte. Diese Pastete der Antike wurde als Beilage für jegliche Art von Speisen verwendet. Wir forschten im Bereich des Gastgewerbes nach, warum man sie in der Gegenwart nicht mehr findet. Nach Aussage der befragten Experten sei der Geschmack dieser Soße für die heutigen Gaumen einfach zu unangenehm.

Das ganze Gegenteil ist der Fall mit diesem großartigen Wein der Bodegas Luis Pérez, dessen Aroma und Geschmack äußerst angenehm sind. Probiert ihn während der Weihnachtsfeiertage und berichtet uns davon.

Salud, vinos, und Frohe Feiertage.

La Movida Laderas 2010, Bio-Grenache in Reinkultur

Posted in > 20€, Biowein, Rotwein mit Crianza, V.T. Castilla y León with tags , , on September 14, 2012 by vinoysequedode

La Movida Laderas 2010. 100% Garnacha. Tinto crianza. Bodegas Maldivinas. Cebreros (Ávila).

Wenn mir jemand vor fünfzehn oder zwanzig Jahren gesagt hätte, dass ich mich vor einem Wein aus Cebreros oder Umgebung verneigen würde, hätte ich denjenigen schlichtweg für verrückt erklärt. In den Jahren meiner ersten Jugend (mit meinen 39, so sage ich mir, lebe ich in der Zweiten – jeder macht sich auf seine Weise etwas vor) bot sich oft die Möglichkeit, die in dieser Gegend gewonnenen Traubensäfte unter die Nase zu bekommen. Direkt im Fass gelangten sie in die Stadt, ebenso wie die aus Cariñena oder Valdepeñas Stammenden. Sie waren infam, um es vorsichtig auszudrücken. Es herrschten andere Zeiten, die Qualität spielte keine Rolle, nur die Quantität zählte. Zu jenen Zeiten konsumierten die Spanier wesentlich mehr Liter Wein pro Kopf als heutzutage, aber was für Weine. In Spanien als Vinachos bekannte Billigweine, die nicht die geringste Qualität besaßen und sich eher zum Mischen mit Wasser oder Limonade eigneten. Oder besser noch für die Abflussreinigung. Sicher denken jetzt einige Leser, dass wir uns mit der Analyse zu weit aus dem Fenster lehnen; diesen Kritikern sei einfach nur die Frage gestellt: Habt Ihr sie probiert?   

Aber diese bedauerlichen, mich zum Schaudern bringenden Erinnerungen gehören glücklichweise der Vergangenheit an, denn heuer gibt es hier ein Grüppchen von Schwärmern, zu denen Guillermo und Carlos von Maldivinas zählen, die dabei sind, die Gegend zurückzugewinnen und sie in ein Synonym für Qualität und Prestige zu verwandeln.

Unser heutiger Hauptdarsteller ist ein klares Beispiel für den Triumphzug der Qualitätsweine aus diesem Örtchen, eingebettet in der Provinz Ávila, die im Südwesten an die wunderschöne Bergkette der Sierra de Gredos und östlich an die Comunidad von Madrid grenzt.

Die alten Rebstöcke stehen in schwierigem Gelände, auf 920m Höhe, in einigen Teilen mit unglaublichen Steigungen, auf denen selbst Spiderman Schwierigkeiten mit der Fortbewegung hätte. Hier wird Hand angelegt und die Biodynamik bereits im Weinberg umgesetzt. Unter diesen Bedingungen ist es normal, dass die resultierenden Garnachas wild und intensiv sind. Logischerweise fahren diese Reben keine große Ernte ein. Alles zusammen macht die Flasche teurer, Qualität und Exklusivität haben eben ihren Preis; aber käme der Wein von unseren französischen Nachbarn, müsste man glatt das Dreifache dafür zahlen.

Dieser Wein beeindruckt direkt beim Entkorken. Schon wenn er ins Glas fließt, verbreitet er seinen Charakter, die Intensität seiner Rottöne erinnerte mich an meinen spektakulären Momente einer Blutspende. Es mag unangenehm scheinen, aber ich sah es als etwas Schönes, der Wein als Metapher des Lebens. Ich verspreche, dass mir solche Dinge nüchtern einfallen. Wie ich schon sagte, dieser Wein ist erstaunlich. In der Nase nehmen wir Mineralik wahr, die unter der Sensation reifer, roter Früchte liegt, ebenso präsentieren sich balsamische und leichte Gewürznoten. Und, meine Damen und Herren, trotz der Schwierigkeiten, die das Schreiben in dieser Position darstellt, erhebe ich mich, um das Gefühl zu beschreiben, dem man sich hingibt, wenn dieses Elixier auf die Geschmackspupillen trifft.  Der Gaumen füllt sich mit reifen Früchten, darauf folgt eine feuerwerksähnliche Explosion einer Vielzahl likörähnlicher Nuancen, die uns mit Cognac oder Maraschino gefüllte Pralinen ins Gedächtnis rufen.

Kurz gesagt, ist dieser Riesenwein ein Kunststück, eine durch und durch sinnliche Erfahrung. Trotz der Verschmelzung so verschiedener Aromen, ist er sehr ausgeglichen und von süßlicher, nachhaltiger Intensität, oder wie Doreen bei einer Gelegenheit sagte, „man vernarrt sich in  ihn“.

Wir empfehlen ihn zu rotem Fleisch, Foie Gras oder gereiftem Käse. Er passt auch hervorragt zu iberischem Schweinefleisch, wie etwa Secreto (verstecktes Filet) oder Pluma (dem Schulterstück).

Glückwunsch an die Autoren dieses Juwels, an jene, die uns den Wein empfahlen, und an all diejenigen, die sich entscheiden, ihn zu probieren. Wir versprechen, dass Ihr es nicht bereuen werdet. Wenn Ihr in der Gegend seid, vergesst den Stop in Cebreros und Umgebung nicht. Ganz sicher gefällt Euch dieses, vom Fluss Alberche durchzogene, Fleckchen Erde, an dem sich die alten Vettonen und Carpetani trafen.

Salud.

Flor d’Albera Moscat Sec 2009. Ein goldenes Elixier mit Traubengeschmack.

Posted in 8€ - 9,99€, D.O. Empordà, Weißwein mit Barriqueausbau on August 5, 2012 by vinoysequedode

In diesen Tagen ergeht es den netten Bewohnern in der Gegend des Ampurdán (Empordà in Katalanisch) nicht gerade gut. Seit Wochen wüten dort Garnacha centenaria verheerende Brände, die mittlerweile zahlreiche Waldgebiete und auch einige Weinberge angegriffen haben. Deshalb möchten wir Ihnen heute  hulidgen. Da es unmöglich ist, alle Weingüter und Weine zu erwähnen, die in diesem Teil des spanischen Nordostens existieren, personalisieren wir diese kleine Hommage mit einem der besten Weißweine der D.O. Empordà, dem Flor d’Albera Moscat Sec 2009 aus dem Weinkeller Martí Fabra in Sant Climent Secebes, der am Fuß der Sierra d’Albera liegt. 

Dieser Weißwein wurde 12 Monate in französischen Eichenfässern ausgebaut; damit erhielt er eine Vielzahl Nuancen, die ihn ausgesprochen schmackhaft und verführerisch machen.

Zuerst fällt seine intensive strohgelbe, ins Goldene übergehende, Farbe auf. Beim darauffolgenden Jahrgang 2010 nehmen wir eine schwächere goldene Farbe und ein weniger intensives, jedoch ebenso angenehmes Aroma war. Wie sich doch ein weiteres Jahr in der Flasche bemerkbar macht!

In der Nase spüren wir eine Vielzahl von Aromen sehr reifer, exotischer Früchte; vorallem aber sticht der herrliche Duft der Muskattrauben heraus, die wir Naschkatzen so mögen. Logisch, wenn wir bedenken, dass der Wein nur aus Trauben dieser Rebsorte besteht, die zur Familie der Muskateller gehört. Aber dem ist nicht genug, nach einem Weilchen öffnet sich der Wein und gibt uns alle Noten, die ihm das Holz während der Reifung verlieh, Preis.

Exquisit wird es, wenn wir den Tropfen an den Gaumen bekommen: Welch Apotheose von Aromen, Texturen und Nuancen, was für ein Gleichgewicht! Obwohl er als „trocken“ deklariert ist, bleibt er bis zum letzten Moment spanned, die süßlichen und verführerischen Noten bilden den perfekten Gegenpol. Verzeiht mir das familiäre Zitat, aber ich denke, es ist sehr angebracht. Die Blogmitglieder probierten den Wein zu verschiedenen Gelegenheiten und mit anderen Personen, aber die definitive Aussage zu diesem Tropfen kam von Vater des Schreibenden: „Es ist gut, dass die Weine Aromen von Früchten, Vanille oder Gewürzen haben, aber diesen mag ich besonders, weil er sehr nach Trauben schmeckt.“ Das stimmt liebe Freunde, dieser wunderbare Weiße hat leichte florale Aromen und Nuancen von Kräutern oder Gewürzen, aber sein wirklicher Geschmack ist der der Muskattraube. Er macht sowohl die Liebhaber eher trockener Weine als auch die der fruchtigen Aromen glücklich. Endlich entdeckten wir den perfekten Wein, mit dem man bei der Auswahl eines Weißweins die ewige Diskussion ob trocken oder fruchtig vermeiden kann.

Vom Frühstück abgesehen, eignet sich dieser Wein für jede Tages- und Nachtzeit und passt hervorragend zu Fisch, Pasta, Foie gras, kräftigen Käsesorten oder hellem Fleisch. Doch sicher kommt Ihr beim Verkosten noch auf tausend andere Kombinationsmöglichkeiten. Die „Experten“ empfehlen eine Trinktemperatur von etwa 10º, wir bevorzugen jedoch ein paar Grad weniger.

Das Beste ist allerdings nicht der Wein selbst, der zweifelsohne zu den Edelsteinen zählt, sondern denjenigen kennengelernt haben zu dürfen, der dahinter steht, seinen Schöpfer Joan Fabra. Es ist ein toller Kerl. Bescheiden, trotz seiner fabelhaften Weine, von denen wir Euch hoffentlich in nicht allzu ferner Zukunft berichten können. Sympathisch in seiner Schüchternheit und ein großartiger Mensch. Es ist schon seltsam, aber immer wenn wir ein Winzer oder Önologen kennenlernten, hat sich bis jetzt bewiesen, dass die Bescheidensten und Höflichsten, die besten Weine kreieren, während die, die von sich selbst sprechen als ob sie das Penicillin erfunden oder die Elektrizität entdeckt hätten, oder von ihren Weinen behaupten sie seien die Genese aller Weine, stellen eher Durchschnittsweine nach Allerweltsgeschmack her. Joan gehört zu den Ersteren. Nicht all seine Weine überzeugen uns, aber die, die wir mögen, sind sublim.

Mit diesem Wein des Familienweinguts Martí Fabra, der als Repräsentant für alle anderen aus der Gegend dient, wollten wir heute allen Kellermeistern, Winzern, Önologen, Landwirten, Saisonarbeitern und Anwohnern des Ampurdán Respekt zollen. Hoffen wir, dass sich die Situation bald verbessert und dass diese Menschen wieder ein Umfeld schaffen können, das die Herstellung großartiger Tropfen begünstigt. Sie haben unsere volle Unterstützung, und sicherlich auch die unserer Leser und Freunde.

Stoßen wir darauf mit einem Wein aus dem Ampurdán an. Viel Glück Freunde.

Salud.

Bueno, bonito y barato. Aldeya Tinto 2011.

Posted in 5€ - 7,99€, D.O. Cariñena, Junger Rotwein with tags on Mai 17, 2012 by vinoysequedode

Da wir so ehrlich wie möglich zu unseren Lesern (von denen es ja doch ein paar gibt) sein möchten, gebenPago Aylés wir zu,  dass die Autoren dieses Blogs vor einigen Monaten eine konstruktive Diskussion zum Aylés Garnacha 2011 führten. Da es eine gewisse Disparität der Kriterien gab, hielten wir es für angebracht, einen anderen Wein desselben Weinguts zu probieren und zu überprüfen, was die Weine dieser Bodega taugen. Nun sind wir uns einig, mit diesem Wein konnte man uns überzeugen.

Vor einiger Zeit entschied diese Bodega, ihren bekannten Wein Aylés in Aldeya umzutaufen. Wir vermuten, dass diese Entscheidung mit dem Marketing und der Klassifizierung zum Vino de Pago zusammenhängt. Erst kürzlich erfuhren wir von der durch die Aragonesische Regierung vergebenen Anerkennung zur ersten Weinkellerei dieser autonomen Provinz mit der höchsten Klassifizierung nach spanischem Weinrecht. Damit zählt Spanien mittlerweile fünfzehn dieser offiziellen Protektionen verschiedener anderer Kellereien. Castilla la Mancha ist mit acht die indiskutable Anführerin der Vinos de Pago.

Während uns der Aldeya oder Aylés Garnacha nicht durch und durch überzeugen konnte, hat dieser Aldeya Tinto 2011, ein Verschnitt der Rebsorten Garnacha, Tempranillo, Merlot und Syrah, vom ersten Schluck an die Leidenschaft geweckt. Dieser Wein lässt sich einfach so trinken oder kann zu jeglichem Essen genossen werden. Er ist ideal für ein Picknick oder zum Grillen.  Vollmundig und fruchtig, trinkt er sich so leicht, dass man im Handumdrehen die Flasche leert, was nicht unbedingt empfehlenswert ist.

Und das Beste von allem: diesen köstlichen Wein findet man für einen kleinen Preis. Da gibt es nun wirklich keine Ausrede mehr, die einem vom Probieren abhält. Wenn die Temperaturen steigen, empfiehlt es sich die Rotweine auf zwischen 15 und 16º C zu kühlen. Allerdings kann man bei richtiger spanischer Hitze, falls einem bei um die 40º C im Schatten noch nach Rotwein ist (die Roséweine sind eine perfekte Sommeralternative) auch keinen anklagen, den Aldeya bei 14ºC zu geniessen.

Geniessen Sie ihn!

Taberner 2007. ¡Viva la Pepa!

Posted in 16€ -20€, Rotwein mit Crianza, V.T. Cádiz with tags on April 23, 2012 by vinoysequedode

Heute stellen wir Euch einen großartigen Wein aus der Gegend von Cádiz vor, der eindeutig beweist, dass man in dieser privilegierten Ecke Südspaniens nicht nur die Herstellung von exzellenten Likörweinen versteht. Dieser Riesenwein ist ein Syrah in verführerischer Reinkultur.

Sein strahlendes Purpurrot erzeugt schon beim Einschenken freudige Erregung. Bei erster Annäherung an die Nase verbreiten sich Aromen reifer Kirschen und dunkler Waldfrüchte. Am Gaumen spüren wir genau diese Früchte, sowie Kaffee, Toffee und Vanillenoten. Ein Meisterstück mit langem Finale. Dieser elegante Andalusier eignet sich perfekt zu Tapas, milden Wurstwaren,  Hühnchen- oder Wildgeflügelgerichten. Und für die Gewagteren und Heterodoxen unter Euch, ebenso wunderbar für einige Desserts. Könnte man sich etwas SchöneresTaberner2007 vorstellen, als den Taberner 2007 zu den Feierlichkeiten der spanischen Verfassung von 1812, die in diesen Tagen in Cádiz und San Fernando verkündet wurde, probiert haben zu können? Während man ihn genießt, kommen Gefühle völligen Glücks und Freiheit auf, Gründungsprinzipien der Verfassungen, die Jahre zuvor die Welt veränderten, und als Inspiration für die als La Pepa bekannte spanische Konstitution dienten.

Der bescheidene Blogger spürte etwas ganz besonderes, als er diesen traumhaften Tropfen verkostete.  Urplötzlich wurde ich in jene, einige Jahre zurückliegende, Spätjanuarmittage im Herzen von Havanna gebeamt.  Jeden Tag, so gegen 12.00 Uhr, bereitete die Großmutter einer Freundin in der kubanischen Hauptstadt uns zwei nach kubanischer Realität gierenden Spaniern, „in situ“ einen sehr süßen schwarzen Kaffee (nach kubanischen Geschmack) zu. Dieser Kaffee war genauso unglaublich süß und fruchtig (er stammte aus der Sierra Maestra im östlichen Kuba), wie dieser sinnliche andalusische Wein, den wir Euch wärmstens empfehlen.

Da es, wie der spanische Journalist Iker Jiménez sagen würde, im Leben keine Zufälle gibt, erinnerten wir uns an Havanna während wir einen Wein aus Cádiz probierten, der Stadt, auf die sich die Architekten stützten als sie viele Gebäude in der Hauptstadt von Kuba erbauten. Wie Ihr sehen könnt, erleucht der Weine Teile des Gehirns, in denen wir sensorische Erinnerungen aufbewahren; genau deshalb verteidigen wir zusammen mit vielen Anderen das Argument, dass Wein weit mehr als nur Getränk ist. Wein ist Leben.

Wer würde nicht gern derzeit in der Gegend von Cadiz mit einem Taberner 2007 auf das Wohlergehen der La Pepa anstossen, und, warum nicht, kurze Zeit später das Gleiche mit einem der guten, lokalen Weißweine in Havanna tun? Also Prost und ¡Viva la Pepa!

Noch ist der Jahrgang 2007 erhältlich. Hier bekommt ihr ihn für unter 21€ (6-Kiste, inklusive Transportkosten).

El Regajal Selección Especial 2009

Posted in 13€ - 15,99€, D.O. Vinos de Madrid, Restaurantempfehlungen, Rotwein mit Crianza with tags , on März 10, 2012 by vinoysequedode

Hier präsentieren wir Euch den für uns besten Wein aus Madrid, den wir bis zum heutigen Tag verkostet haben. Es handelt sich um den El Regajal Selección Especial 2009 (das Foto ist vom Jahrgang 2010; denn mitten im Restaurant Cornucopia in der spanischen Hauptstadt ein Foto von der Flasche zu schiessen, wäre nicht so schick gewesen).

Für den 13 Monate in französischer Eiche gereiften Rotwein mischten die Winzer aus Aranjuez die Rebsorten Tempranillo, Cabernet Sauvignon, Syrah und Merlot mit Perfektion. Das Resultat ist ein verführerischer und sinnlicher Wein vom Augenblick des Entkorkens an. Er eignet sich hervorragend als Begleiter für alle Arten von Fleisch, Gemüse und Tapas, sowie für nicht allzuRegajal süße Desserts. Auch um ein erotisches Vorspiel intensiver zu gestalten. Den Wein, liebe Freunde, kreierte man für den Genuss aller Sinne. Probiert ihn ohne Angst und spürt, wie sich Eure Flügel, ähnlich denen der Schmetterlinge auf dem Etikett, öffnen.

Raúl Calvo Crianza, ein etwas anderer Ribera del Duero.

Posted in 8€ - 9,99€, D.O. Ribera del Duero, Rotwein mit Crianza with tags on Februar 26, 2012 by vinoysequedode

¿Ribera del Duero? Das ist mir zu klassisch! So meine Reaktion bis ich in einer „blinden“ Weinverkostung den Raúl Calvo Crianza entdeckte. Schon sein granatrot verweist auf pure Frucht, aber dieser Wein ist wie eine Handvoll Brombeeren aus dem Garten meiner Eltern. Mit einer Fassreife von 12 Monaten enttäuscht dieser 100% Tempranillo aus den Bodegas Raúl Calvo wohl keinen.

 

Eccomi – Here I am

Posted in 16€ -20€, Ohne D.O., Rotwein, Rotwein mit Crianza with tags on Februar 20, 2012 by vinoysequedode

ECCOMI TINTO CRIANZA Super Premium 2009

Rotwein, 12 Monate in Eiche ausgebaut.

Marcelán (eine Kreuzung von Cabernet Sauvignon und Garnacha), Merlot und Cabernet Franc sind die Rebsorten, die die Winzer von Eccociwine manuell für diesen Edelstein verlesen. Seidig kommt er daher und füllt das Glas mit reifer Frucht. Der Eccomi ist vorallem wegen seinem perfekten Gleichgewicht zwischen Holz und Frucht ein excellenter Tropfen, der aus dem Naturpark Les Gavarres bei Sant Martí Vell in der Provinz Girona kommt.