Archive for the D.O. Navarra Category

Ars Nova 2007 – Navarresischer Gemüsegarten aus der Flasche

Posted in 10€ - 12,99€, D.O. Navarra, Rotwein, Rotwein mit Crianza, Wein with tags , , , on April 2, 2014 by vinoysequedode

Coupage aus 40 % Tempranillo, 40 % Cabernet Sauvignon, 20 % Merlot. 24 Monate in Betonzubern und 9 Monate in französischen Eichenfässern ausgebaut. Ohne Filterung. Produktion von 70.000 Flaschen.

Heute kehren wir nach Navarra zurück, um Euch einen Wein vorzustellen, den wir, abgesehen von einem großartigen Preis-Genuss Verhältnis, für wunderbar originell und facettenreich halten. Der Ars Nova 2007 hielt die Besatzung von Vino y se Quedó während der Verkostung gut in Schach, denn sowohl in der Nase als auch am Gaumen erschienen ständig wechselnde Noten.

Es handelt sich um einen Wein, der aus Weinbergen in etwa sechshundert Metern über dem Meeresspiegel, in einer privilegierten Gegend wie dem Tal von Yerri kommt, das eingebettet in die Ausläufer der Sierra de Urbasa-Andía liegt und unter dem Namen Tierra Estella bekannt ist, da diese Stadt den offiziellen Sitz der einzelnen Dörfer des Tals bildet. Durch dieses führt der Jakobsweg, über den zahlreiche Rebsorten, die heute neben Spaniens auch viele andere europäische Felder bewohnen, hierher kamen und gegenüber früher von den ruhelosen Winzern über die Jahre beträchtlich verbessert wurden.

Entdeckung  des Ars Nova 2007

Dieser fabelhafte Wein kommt in schönem Rubinrot mit purpurfarbenen Rändern daher und füllt das Glas mit erhabener Präsenz.

Dank seiner Komplexität lässt er uns schon in der Nase ausflippen. Als erstes nehmen wir die ganze Symphonie eines navarresischen Gemüsegartens war, in dem sowohl die roten als auch die grünen Paprikas die Protagonisten sind, an deren Intensität wir ungemeinen Gefallen finden. Zu diesem leckeren Salat gesellen sich Tomatenstauden und Pfeffer, sowie ausgewählte Noten von Erdbeersahne-Bonbons, die nichts anderes als die perfekte Union von Waldfrüchten und Erinnerungen an Holz des Barriqueausbaus sind. Am Ende stoßen wir auf kräftige Noten frisch gebrühten Kaffees und Süßholz. Eine beeindruckende Kombination. Sehr original und angenehm. Ars Nova 2008Am Gaumen ist er kräftig, fleischig, warm und lang. Es erscheinen bittere Kaffeenoten, gefolgt von einem Finish roter Beeren. Außerdem finden wir einen rauchigen Geschmack vor, der dem Aroma einer guten Havanna gleicht. Dieser Rote weist eine erfrischende Säure auf, die einlädt, ohne Einhalt weiter zu trinken. Es ist ein sehr einfach zu trinkender Wein, der trotzdem eine hervorragende Komplexität besitzt. Der Ars Nova 2007 zeigt Stil und ist trotz seines Alters recht lebendig.

Wir finden, dass er sehr gut mit einer Vielzahl von Aufläufen, Fleisch, Wild, sowie geräuchertem Käse aus Navarra harmonisiert.

Verantwortlich für diesen Wein ist das Team der Compañía Vitivinícola Tandem, das diesen mit der Philosophie herstellt, die wir in Vino y se Quedó so mögen: mit viel Geduld und einer sorgsamen Pflege der Weinberge. Denn nur so lassen sich die besten Trauben lesen, ohne die es unmöglich ist, einen guten Wein zu erzielen. Wenn wir die Flasche öffnen, nehmen wir genau diese Sorgsamkeit und gute Arbeit im Weinberg und in der Bodega wahr und spüren sein Terroir.  Genau das erwarten wir von jedem Wein: er sollte sein Herkunft repräsentieren. Die Tandem Mitglieder wissen, wie man Klassik und Modernität bis zur Perfektion kombiniert und so einen Mehrwert erreicht. Wir können es kaum erwarten, den Rest ihrer Weine zu probieren und ihren Wertegang zu vorfolgen. Das Ganze macht einen guten Eindruck.

Alle diejenigen, die wir in irgendeinem Moment den Jakobsweg von Roncesvalles aus als Ziel haben, sollten sich ein paar Flaschen des Ars Nova als Kraftstoff in den Rucksack laden, damit lässt sich der Platz des Obradoiro in Santiago de Compostela sicher mit weniger Leiden erreichen. Also vorher noch ein Bestellung beim Weinhändler aufgeben!

Salud y buenos vinos, amigos

Emilio Valerio 2011. Ein Navarrese mit französischer Handschrift

Posted in 8€ - 9,99€, D.O. Navarra, Rotwein mit Crianza with tags , , on Juni 10, 2013 by vinoysequedode

Cuvée aus Cabernet Sauvignon, Garnacha und Merlot.  Ausbau in 50 und 80 Hektoliter Tanks aus französischer Eiche, anschließend in gebrauchten Eichenfässern zu 500 Litern. Biodynamischer Weinbau. Handlese.

Freunde, diese Woche haben wir eine gute Nachricht für Euch: Endlich ist es uns gelungen, Euch einen Wein aus Navarra vorzustellen. Schon einige Zeit verfolgen wir die Weine dieser D.O., ohne mit einem fündig zu werden, der unserer „Bloggeridiosynkrasie“ entspricht. Viele werden sagen, und dass sicherlich mit gutem Grund, wir seien nicht in der Lage gewesen, richtig zu suchen, da es in der Comunidad Foral hervorragende Weine gibt; aber nicht alle können wir probieren, denn schließlich wollen wir unsere Leber noch ein bisschen bei Laune halten. Nach den schlechten Erfahrungen der vergangenen Wochen, wollten wir uns endlich diesen Dorn mit einem roten Navarrese entfernen und uns mit jenem Fleck Erde versöhnen. Aufgetrieben haben wir diesen sensationellen und komplexen Wein, der uns für ein paar Tage das Herz gestohlen hat, und nun hoffen wir, dass er Euch ebenso verführt wie uns.

Verkostung des Emilio Valerio 2011.

Der Wein präsentiert sich in dunklem Granatrot, einem Farbton, der an reife Süsskirschen erinnert. Für die Geruchsphase empfehlen wir vehement ein rechtzeitiges Entkorken der Flasche vor dem Verzehr. Diesen besonderen Wein entdeckt man nur mit Geduld vollständig.  Die erste Sensation in der Nase schien uns eher unangenehm: zweifellos animalisch und verschlossen. Glücklicherweise entschieden wir uns, die Flasche ein Weile offen zu lassen und sie dann mit der Vakuumpumpe bis zum nächsten Tag zu verschließen. Nach erneutem Öffnen verwandelte sich der Wein sensationell, seine Aromen von reifen Feigen, sowohl getrocknet als auch in Likör, traten in voller Kraft hervor. Ebenso nahmen wir Notiz von roten Früchten und mineralischen Nuancen. Von der Originalität so vieler Düfte und ihrer Assemblierung sind wir schlichtweg begeistert.

Am Gaumen spüren wir einen Wein mit ausgeprägter Potenz, die die Zunge leicht einschläfert, mit süßen und frischen Nuancen dunkler Schokolade und aromatischen Kräutern. Er ist kräftig und weich zugleich, sehr ausgewogen in seiner Säure, von hoher Ausdruckskraft. Ein Wein, der „süchtig“ macht und den man einfach weitertrinken möchte. Aber Vorsicht, der Wein genießt sich besser mit Ruhe und Mäßigkeit. Darüber hinaus entdecken wir diesen wunderbaren Tropfen indem wir ihn bedächtig trinken, ständig verändert er seinen Geschmack und verwandelt seine Verkostung somit in eine angenehme und unterhaltsame Erfahrung.Emilio Valerio 2011

Der Önologe, dessen Handschrift dieser herrliche Wein trägt, ist der in Cognac geborene Franzose Olivier Rivière, seine Feuertaufe bestand er in der Gegend von Bordeaux. Irgendwann entschied er sich, unserer bescheidenen Meinung nach, mit sehr gutem Kriterium, sich in Spanien niederzulassen, wo er, außer in Navarra, Weine in Rioja und in Arlanza herstellt, so beispielsweise den El Quemado, El Basquevanas, oder El Gabacho.  Mit Letzterem zeigt er einigen Sinn für Humor, denn die von den Spaniern gebrauchte Bezeichnung Gabachos (Franzosen) ist eher abwertend. Rivière respektiert die spanischen Weine, bringt das Beste des französchischen Weinbaus ein, verwirft aber radikal die Preise, die unsere Nachbarn für Qualitätsweine ansetzen. Will man einen guten französischen Tropfen haben, muss man unserer Meinung nach ein Vermögen bezahlen, und selbst dann, sind sie für uns weit von der Qualität der spanischen Weine entfernt, von denen es sehr Gute fast über die ganze Bandbreite der Preise gibt (verzeiht den Chauvinismus unseres Kommentars; jetzt scheinen wir die Franzosen zu sein). Die historische Beziehung zwischen Frankreich und Navarra trägt erneut ihre Früchte. Der Spur Oliviers werden wir folgen, auch wenn es schwierig wird, denn dieser Mann widmet sich den Weinen an vielen Orten.

Dieser kräftige Rotwein wird in der Kellerei Laderas de Montejurra produziert. Diese befindet sich in Dicastillo, verteilt über die Hänge des Montejurra, mitten in der Region Tierra de Estella. Dort setzt die Familie auf biodynamischen Weinbau und die Erhaltung des natürlichen Umfeldes als Identitätsmerkamle. Man verfügt über 25 Hektar Weinberge, die in 15 kleine Parzellen aufgeteilt sind. Auch Olivenöl produzieren sie. Wir müssen unsere Unkenntnis bezüglich der Öle aus Navarra zugeben; bisher hatten wir noch keine Gelegenheit, diese zu versuchen, aber man spricht von hoher Qualität. Dieses Jahr werden wir nicht verstreichen lassen, versprochen!

Verehrte Damen und Herren, hier präsentierten wir Euch den Emilio Valerio 2011. Nun seid Ihr dran, ihn zu genießen. Wenn Ihr unseren Hinweisen folgt, entdeckt Ihr mit Sicherheit einen originellen, schmackhaften und preiswerten Wein. Hoffen wir, dass der Winzer, der dem Wein seinen Namen verleiht, nach dieser Aussage nicht den Preis erhöht.

Salud y buenos vinos, amigos.